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Wandbild

„Aus dem Leben des medizinischen Dienstes der Nationalen Volksarmee“ (Grafik-Zyklus von Helmut Maletzke, Greifswald)

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Helmut Reichelt „Die Militärmedizinische Akademie Bad Saarow und ihre Vorgängereinrichtungen 1954 – 1991Ein Bericht aus Dokumenten, Wissen und Erlebnissen“Berlin: Pro BUSINESS 2016 ISBN 978-3-86460-456-0 230 Seiten, Preis: 19,90€

Bad Sarow

Jahrelang, bis hinein in die Gegenwart, haben leitende Militärärzte der Militärmedizinischen Akademie Bad Saarow (MMA) kein Interesse gezeigt, an einer Darstellung der Geschichte der Militärmedizin in der DDR bzw. des medizinischen Dienstes der NVA und ihrer zentralen Einrichtungen mitzuwirken. Das ist einer der wesentlichsten Gründe dafür, dass die Geschichte der MMA bislang noch nicht publiziert worden ist. Dem Autoren, Prof. Dr. med. Helmut Reichelt, ist es daher nicht hoch genug anzurechnen, sich dieser Aufgabe angenommen zu haben und die vorliegende Publikation 26 Jahre nach der „Wende“ einem breiten Leserkreis vorzustellen. Sein fachlicher und militärischer Werdegang vom Offiziersschüler der Militärmedizinischen Sektion  der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald (1956) bis zum Oberstarzt der Bundeswehr und letzten Chef der MMA (1990) weisen ihn  als einen profunden Kenner der „Materie“ und akribischen Analysten aus, dem es gelungen ist, eine  auf Dokumenten, Wissen und Erlebnissen beruhenden sachliche und wissenschaftlich fundierte Darstellung der Geschichte der MMA vorzulegen, die frei von Vermutungen, Verunglimpfungen und Unterstellungen ist und sich damit wohlwollend von der Publikation der Autoren EHM über die MMS (siehe Rezension und Synopse) unterscheidet.

Die Publikation gliedert sich in zwei Teile:

Die Vorgängereinrichtungen der Militärmedizinischen Akademie (Seiten 13 – 52, 6 Bilder)

1. Zentralkrankenhaus der Kasernierten Volkspolizei {1954 - 1956)

2. Zentrales Armeelazarett Bad Saarow {1956 -1961) 

3. Zentrales Lazarett der NVA (1961-1981) 

3.1. Medizinische Arbeit 

3.2. Militärmedizinische Arbeit 

3.3 Wissenschaftliche Arbeit und Forschung 

3.4. Ausbildung 

 

Die Militärmedizinische Akademie (Seiten 53 – 205, 25 Bilder).

1. Gründung der Militärmedizinischen Akademie; Wissenschaftlicher Rat

und Einrichtung der Lehrstühle an der Militärmedizinischen Akademie

2. Lageplan; Gebäude der MMA

3. Struktur der MMA 

3.1. Die Leitung der MMA  

3.1.1. Chef der MMA  

3.1.2. Stellvertreter für Medizinische Fragen   

3.1.3. Stellvertreter für Forschung  

3.1.4. Stellvertreter für Ausbildung 

3.1.5. Stellvertreter für Politische Arbeit   

3.1.6. Stellvertreter für Allgemeine Fragen  

3.1.7. Stellvertreter Rückwärtige Dienste   

3.1.8. Kaderabteilung und Finanzabteilung 

3.2. Die Kliniken, Institute und Abteilungen der MMA

3.2.1. Struktur

3.2.2. Personelle Besetzung, Arbeitsgebiete und medizinisches Leistungsspektrum

3.2.2.1. Augenklinik

3.2.2.2. Chirurgische Klinik

3.2.2.3. Frauenklinik und Geburtshilfe

3.2.2.4. Hautklinik

3.2.2.5. Hals-Nasen-Ohren-Klinik 

3.2.2.6. Kinderklinik

3.2.2.7. Klinik Anästhesiologie und Intensivtherapie

3.2.2.8. Medizinische Klinik (Klinik Innere Medizin)

3.2.2.9. Nervenklinik (Klinik Neurologie und Psychiatrie)

3.2.2.10. Orthopädische Klinik  

3.2.2.11. Urologische Klinik  

3.2.2.12. Abteilung Neurochirurgie

3.2.2.13. Abteilung Physiotherapie 

3.2.2.14. Abteilung Stomatologie

3.2.2.15. Institut Gerichtliche Medizin   

3.2.2.16. Institut Immunologie

3.2.2.17. Institut Klinische Chemie und Hämatologie

               Institut Pathobiochemie und Laboratoriumsdiagnostik (nach Umbenennung 1986)

3.2.2.18. Institut Klinische Mikrobiologie 

3.2.2.19. Institut Nuklearmedizin    

3.2.2.20. Institut Pathologie 

3.2.2.21. Institut Radiologie

3.2.2.22. Zentralapotheke   

3.3. Die Poliklinik der MMA

4. Medizinische Arbeit 

5. Militärmedizinische Arbeit
5.1. Weiterentwicklung und Vervollkommnung der Feldsanitätsausrüstung in Wechselwirkung mit der Weiterentwicklung von Diagnostik und Therapie auf den Etappen des medizinischen Abtransportes

5.2. Arbeit in der RGW-Arbeitsgruppe .Expressdiagnostik" 

5.3. Arbeit in der RGW-Arbeitsgruppe "Plaste in der Medizin"

5.4. Epidemiologische Dermatologie

6. Forschung

6.1. Veröffentlichungen unter Verschluss (GVS- und VVS-Arbeiten)

6.2. Sauerstofftransportierende Blutersatzmittel

6.3. Vitalmikroskopie

6.4. Gnotobiotik – Selektive Dekontamination

6.5. Digitales Röntgenfernsehen mit CCD-Sensoren

6.6. Bioaktive Vitrokerame - einheilender Knochen- und Zahnersatz

7. Ausbildung

8. Politische Arbeit

9. Arbeit im Bereich des Stellvertreters für Allgemeine Fragen

10. Rückwärtige Dienste, sowie die sicherlich ein besonderes Interesse findenden Abschnitte,

11. Der gesellschaftliche Umbruch („die Wende“) 1989/90 und

12. Der Befehl zur „Abwicklung“ der MMA und die Rettung der Einrichtung als Klinikum

Den Abschluß bilden „Verzeichnis der Abkürzungen“, Literaturverzeichnis und Quellennachweis“, „Bildnachweis“, „Danksagung“ und „Kurzbiografie des Autors“.

In seinem lesenswerten und zum Nachdenken anregenden Vorwort schreibt der Autor u. a.:

„Die Nationale Volksarmee (NVA) hat im Gegensatz zu vergangenen Armeen der Deutschen keine Kriege geführt und keine Soldaten zu Kriegshandlungen in das Ausland geschickt. In den öffentlichen Reden ihrer Minister sowie in den Befehlen an die Armeeangehörigen wurden die Aufgaben der NVA immer wieder, und dadurch leider phrasenhaft, zusammengefasst in die Forderungen: Sicherung des Friedens, Schutz der Bevölkerung der DDR, Verteidigung der Heimat im Falle eines Angriffs und Verteidigung der Errungenschaften des Sozialismus. Auch mit dem schmutzigen Fleck auf der weißen Weste, dem umstrittenen Schießbefehl an der Grenze des eigenen Territoriums, muss der NVA die fortschrittliche Rolle im Zusammenleben der Nationen und in der friedlichen Koexistenz unterschiedlicher gesellschaftlicher Systeme in der Welt zuerkannt werden. …

Der heute leider verbreiteten Art, bei der Aufarbeitung der Geschichte der DDR propagandistische Ziele durch die Darstellung von Halbwahrheiten zu erreichen, indem alles das, was nicht in das Konzept passt, verschwiegen, weggelassen wird, ist der Autor nicht verfallen. Das war insofern auch nicht schwer, als beim Lesen der damaligen Aufzeichnungen, beim detaillierten Erinnern, neben Zufriedenheit mit Erreichtem auch immer wieder Frustration darüber aufquoll, was besser, vollkommener, auch freudiger hätte gemacht werden können, wenn die politisch diktierten Einengungen nicht erlebt worden wären. Obgleich die Militärmedizinische Akademie ein wesentlicher Abschnitt in der Biographie des Autors gewesen ist, ist er weit davon entfernt, diese Zeit zu verklären. Er möchte aber auch verhindern, dass diejenigen, die gar nicht dabei gewesen sind, den jungen, nachfolgenden Generationen sagen wollen, "wie es wirklich gewesen ist". Den Lesern, ob ehemals Mitwirkenden oder Neugierigen oder einfach an geschichtlichem Wissen Interessierten, soll deshalb eine zusammenfassende Einsicht über das engagierte und vielseitige Wirken einer ganzen Generation von Militärärzten, -pharmazeuten, Wissenschaftlern anderer Fachrichtungen und hunderten von Mitarbeitern ermöglicht werden.“

Dem ist vollinhaltlich zuzustimmen. Die von Prof. Dr. med. Helmut Reichelt vorgelegte Publikation, in der der Autor besonderen Wert auf die Darstellung der fachlich-wissenschaftlichen Leistungen der MMA in der Medizin und Militärmedizin legt, kann insgesamt als sehr gelungen bewertet und einem breiten interessierten Leserkreis empfohlen werden.

Informationen zum Jahrgangstreffen 2016

Treffen

 

Info vom 24.09.2015

Traditionspflege an der Greifswalder Universität. Treffen ehemaliger Absolventen des 3. Lehrgangs der Militärmedizinischen Sektion 1955/58

Vom 12. bis 14. September 2015 trafen sich die noch „verfügbaren“  und bekennenden ehemaligen Angehörigen des 3. Lehrgangs der Militärmedizinischen Sektion zu ihrem traditionellen Absolvententreffen wieder einmal in ihrer Universitätsstadt Greifswald. Die ehemals 128 Studienjahresangehörigen verteilen sich nach dem derzeitigen Stand der Kenntnisse wie folgt:
•Verstorbene 60
•Teilnehmer am Treffen 19
•Krank, nicht reisefähig 11
•Verbleib unbekannt 38
Neben den 19 zum Studienjahr gehörenden Teilnehmern waren weitere 27 alte und neue Freunde und Kollegen erschienen. Wie schon bei den vorangegangenen Treffen, herrschte auch diesmal von Anbeginn eine gute Stimmung und Laune, die uns veranlassten für 2016 ein nächstes Treffen in Halle vorzusehen. Klaus Schlenzka wird hierzu die notwendigen Recherchen vor Ort durchführen und alle Modalitäten klären und uns seine Ergebnisse mitteilen.
Als Unterbringung hatten wir das Hotel „Mercure" gewählt, weil es zu diesem Haus schon gute Beziehungen gab und gibt, und wir wurden nicht enttäuscht. Auch 2015 war alles wiederum einfach „super“ und dafür ein herzliches „Dankeschön“ dem Hotel-„Kollekteam“!
Das „wissenschaftliche Programm“ des Treffens fand am 13. September 2015 in Abstimmung mit Professor Enderlein, Vorstandsvorsitzender der MEDIGREIF-Unternehmensgruppe, im allen bekannten ehemaligen Hörsaal B der MMS statt.
Programmablauf:

  • Begrüßung, Eröffnung, Tagungsinformationen

 Prof. Dr. H. Hüller

  • Stellung und Aufgaben der MEDIGREIF- Unternehmensgruppe mit Führung (Geriatrische und orthopädische Rehabilitation, Seniorenresidenz)

      Prof. Dr. D. Enderlein

  • Aktuelles zur Geschichtsschreibung der Militärmedizin in der DDR

   Prof. Dr. E. Steiner

  • Mittagspause – Esseneinnahme im ehemaligen Speisesaal der MMS

 

  • Probleme der Fahrtauglichkeit im Alter 

  Dr. J. W. Hofmann

  • Sozialmedizinische Anmerkungen zur Demenz

Prof. Dr. O. Weiß

  • Der alte Mann und das Pharmakon

 Prof. Dr. H. Hüller

 

Einen besonderen Höhepunkt im Programm stellte die Übergabe eines Exemplars der soeben im Druckhaus Panzig erschienenen Publikation von W.A. Achilles, D. Enderlein, E. Steiner „Beiträge zur Militärmedizin in der DDR. Die Militärmedizinische Sektion an der Ernst-Moritz- Arndt-Universität Greifswald 1955 -1990“ mit der Unterschrift der Autoren an jeden der teilnehmenden Absolventen des 3. Lehrgangs dar.
Abends ab 19.00 Uhr trafen sich ausnahmslos alle Teilnehmer in dem für uns reservierten Salon, um bei gutem Essen und einem wohlschmeckenden Tröpfchen noch einige „Stündchen“ zusammenzusitzen und das Treffen ausklingen zu lassen. Olly Weiss, Rosi Pachali Hofmann und Hannelore Franz erfreuten uns dabei mit ihren stimmlichen und instrumentalen Darbietungen und ernteten viel Beifall. Besonders schön war aber auch wieder einmal der gemeinsame Gesang unserer unvergänglichen Hymne „GAUDEAMUS IGITUR".
Kurzum, von der Idee bis zur Umsetzung ein in allen Belangen prachtvolles Treffen!
 

Dr. J. W. Hofmann
(Kontakt über info(at)militaermedizin.de )
 

Semestertreffen der Absolventen der Medizin, Zahnmedizin und Pharmazie der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald – Jahrgang 1958 und ihre Gäste
(Jubiläumstreffen anlässlich des 60. Jahrestages der Gründung der MMS)

•Tagungszeitraum: 12.09. bis 14.09.2015
•Tagungsort: Greifswald – Gebäude /Gelände der ehem. MMS (jetzt Medigreif GmbH); Mercure Hotel Greifswald am Gorzberg
•Unterbringung: Mercure Hotel Greifswald am Gorzberg
•Wissenschaftliches Programm: Freie Vorträge / Demonstrationen / Führungen: Prof. Dr. D. Enderlein; Dr. H. Fügemann; MR Dr. J. W. Hofmann; Prof. Dr. H. Hüller; Prof. Dr. G. Thiel; Prof. Dr. O. Weiß
•Weiteres Programm: Besuch Universitätshauptgebäude/Aula;  Segeltörn mit dem Segelschulschiff „Wilhelm Pieck/Greiff“; Stadtführung; Besichtigung Wieker Hafen und KKW Nord Lubmin

Ansprechpartner:
•Prof. Dr. Otto Weiß, 12685 Berlin, Amanlisweg 18, Tel.: 030 54378843
•OMR Dr. med. habil. J. Franze, 14471 Potsdam, Im Bogen 09, Tel.: 0331 973442
•MR Dr. J. W. Hofmann, 14913 Wahlsdorf, Hauptstraße 8, Tel.: 033745 50142
Semestertreffen der Absolventen der Medizin, Zahnmedizin und Pharmazie der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald – Jahrgang 1958 und ihre Gäste
(Jubiläumstreffen anlässlich des 60. Jahrestages der Gründung der MMS)

•Tagungszeitraum: 12.09. bis 14.09.2015
•Tagungsort: Greifswald – Gebäude /Gelände der ehem. MMS (jetzt Medigreif GmbH); Mercure Hotel Greifswald am Gorzberg
•Unterbringung: Mercure Hotel Greifswald am Gorzberg
•Wissenschaftliches Programm: Freie Vorträge / Demonstrationen / Führungen: Prof. Dr. D. Enderlein; Dr. H. Fügemann; MR Dr. J. W. Hofmann; Prof. Dr. H. Hüller; Prof. Dr. G. Thiel; Prof. Dr. O. Weiß
•Weiteres Programm: Besuch Universitätshauptgebäude/Aula;  Segeltörn mit dem Segelschulschiff „Wilhelm Pieck/Greiff“; Stadtführung; Besichtigung Wieker Hafen und KKW Nord Lubmin

Ansprechpartner:
•Prof. Dr. Otto Weiß, 12685 Berlin, Amanlisweg 18, Tel.: 030 54378843
•OMR Dr. med. habil. J. Franze, 14471 Potsdam, Im Bogen 09, Tel.: 0331 973442
•MR Dr. J. W. Hofmann, 14913 Wahlsdorf, Hauptstraße 8, Tel.: 033745 50142

Neuerscheinung

Buch

W.A. Achilles, D. Enderlein, E. Steiner
1. Auflage 2015, Druckhaus Panzig, Greifswald, 124 Seiten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dieses Buch ist dem 60. Jahrestag der Gründung der Militärmedizinischen Sektion an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald am 01. Juni 1955 gewidmet. Es basiert auf den Beiträgen „Die Militärmedizinische Sektion an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald“  und „Die Ausbildung militärmedizinischer Hochschulkader“ der Webseite http://militaermedizin.de und soll den Lesern ein objektives und unverfälschtes Bild dieser zentralen militärmedizinischen Hochschuleinrichtung in der DDR vermitteln.
Neben den o. g. Beiträgen enthält die Publikation eine Zeittafel wichtiger Ereignisse der Jahre 1946 – 1990, eine erweiterte Literaturübersicht und ein umfangreiches Verzeichnis von Abkürzungen. Sie ist unter der E-Mailadresse info(at)militaermedizin.de zu erwerben.

 

Rezension

Buch_Re

Günter Ewert, Rolf Hornei, Hans-Ulrich Maronde
„Militärmedizinische Sektion 1955 – 1990
Bildungsstätte für Militärärzte, Militärzahnärzte und Militärapotheker
an der Ernst- Moritz-Arndt-Universität Greifswald“
Berlin: Pro BUSINESS GmbH, 2015
ISBN 978-3-86386-888-8
202 Seiten, Preis: 19,90 EUR

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

„Die Wiedervereinigung beider deutscher Staaten liegt nun ein Viertel Jahrhundert zurück. In ihrem Gefolge wurde die Militärmedizinische Sektion (MMS) an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, die 35 Jahre zuvor mit der Ausbildung von Militärärzten, Militärzahnärzten und Militärapothekern begonnen hatte, aufgelöst.“
So heißt es im Vorwort der Publikation, erschienen zum 60. Jahrestag der Gründung der MMS am 01. Juni 1955. Ein guter Anlass und der Leser erwartet ein Sachbuch. Aber auch ein gelungenes Vorhaben? Hier werden die Erwartungen bitter enttäuscht. Schon einmal, zum 50. Jahrestag, gab es ein derartiges Projekt. Die jetzigen Autoren haben sich diesem seinerzeit entzogen und noch vor wenigen Jahren erklärte Ewert, kein Interesse daran zu haben. Noch am 23. Oktober 2014 lehnte er das Angebot auf eine Zusammenarbeit mit authentischen Zeitzeugen, wie den letzten Kommandeuren, ab und verbat sich „weitere Aktivitäten zu diesem Punkt“. Großzügig gestattete er, dass von der „jeweils anderen Seite punktuelle Anfragen im Sinne ganz normaler wissenschaftlicher Unterstützung zu einzelnen Sachverhalten gerichtet werden können.“ Die Publikation selbst lässt diese Wissenschaftlichkeit vermissen, die Autoren werden ihrem eigenen Anspruch nicht gerecht.
Jeder Mitarbeiter und Absolvent der MMS wird sich als Zeitzeuge beim Lesen des Buches verwundert die Augen reiben und fragen: Das soll die militärische Lehr- und spätere Hochschuleinrichtung gewesen sein, in der ich über Jahrzehnte bzw. Jahre eine erfüllte Tätigkeit ausgeübt habe, bzw. in der ich zu einem qualifizierten Militärarzt, -zahnarzt oder –apotheker ausgebildet worden bin. Alles eine Zeit der „Stagnation“ und der „gelebten Lethargie“, in der nur noch der „Aufgaben- und Prestigeverlust“ zu verwalten gewesen ist und die auf der Tagesordnung stehende „Neuorientierung über das Rollenverständnis“ nicht gemeistert wurde? Dabei haben doch Hornei und Maronde 1986 als Autoren mit Prof. Knabe in einem gemeinsamen Artikel ausdrücklich „Drei Jahrzehnte erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen den Einrichtungen der Sozialhygiene des Bereiches Medizin und der Militärmedizinischen Sektion der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald“ gewürdigt.
Und der Leser, der die MMS nicht aus eigenem Erleben kennt und sich kein eigenes Urteil bilden kann? Dem wird ein völlig realitätsfernes Bild vermittelt. Unvermögen einer sachlichen, seriösen, objektiven Bewertung historischer Ereignisse und Zusammenhänge, oder lange gehegte Absicht des bewussten Nachtretens nach Jahren der Heuchelei? Wohl Beides.
Den Autoren ist es nicht gelungen, das „zeitgeschichtlich heterogene Material“ zu ordnen, das Buch wirkt insgesamt unübersichtlich und unter Zeitdruck „zusammengezimmert“.  Bei ihren Bewertungen „ziehen sich die Autoren auf Reflexionen in eigenen Dienst- und Verantwortungsbereichen zurück“, diese sind dementsprechend einseitig und stark überlagert aus der Sicht einer Überbewertung des Fachgebietes Sozialhygiene getroffen. Offenkundig ist ein erschreckendes Maß an Unkenntnis der konkreten Zusammenhänge und Bedingungen im militärischen Bereich und im medizinischen Dienst der NVA, was zu unzulässigen Verallgemeinerungen subjektiver Eindrücke führt. Mehr als bedenklich ist, dass  viele Aussagen ein gebotenes Maß an Sorgfalt und Anstand vermissen lassen und den Charakter von Verunglimpfungen, Beleidigungen und unbewiesenen Unterstellungen tragen.
Im Vorwort heißt es: „Die hier angestellte Betrachtung ist das Ergebnis einer gemeinsamen Diskussion der Autoren, die die Berechtigung dazu aus ihrer langjährigen Zugehörigkeit zur MMS herleiten, die als Offiziersschüler/-hörer (OS/OH) ihre militärärztliche Ausbildung erhielten und später, nach ihrem Dienst als Truppenärzte, in verantwortlichen Funktionen in Fachinstituten und der Leitung der Dienststelle Höhepunkte ihrer beruflichern und militärischen Entwicklung erlebten“. Davon ist in dem gesamten Buch nichts zu spüren, nicht einmal die kurzen Lebensläufe weisen die Autoren als Oberste (NVA) aus.
Für die Periodisierung der Entwicklung der MMS wird der Begriff „Phasen“ gewählt. In der  „Synopsis“, die eine solche nicht ist, mutieren diese eigenartigerweise zu „Etappen“, was nur die Konfusion unterstreicht, die das gesamte Buch durchzieht. Phasen (gr. Phasis – Erscheinung) sind allgemein Abschnitte, Reihen, Wandlungen, medizinisch aber die verschiedenen Zustände innerhalb einer Krankheit. Ohne den geistigen Vätern des Buches nahe treten zu wollen, auf authentische Zeitzeugen wirkt es wie das Ergebnis einer „Phase geistiger Verwirrtheit oder Umnachtung“ und ihm wohl richtiger der Titel „Irrungen und Wirrungen zum 60. Jahrestag der Gründung der Militärmedizinischen Sektion an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald“ zu. Die abschließende Bewertung lautet daher: „Non sufficit“. Das Buch kann als seriöse Lektüre nicht empfohlen werden, es ist die Kosten von 19,90 EUR nicht wert.
Wer sich ein objektives Bild über die MMS machen möchte, der sei auf die Beiträge „Die Militärmedizinische Sektion an der Ernst- Moritz-Arndt-Universität Greifswald“  und „Die Ausbildung militärmedizinischer Hochschulkader“ dieser Webseite http://militaermedizin.de verwiesen und dem wird das von den Autoren dieser Webseite verfasste Buch „Beiträge zur Militärmedizin in der DDR. Die Militärmedizinische Sektion an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald 1955 – 1990“, 1. Auflage 2015, Druckhaus Panzig, Greifswald, 124 Seiten.                    Anfragen sind zu richten an info(at)militaermedizin.de.
Zu einem späteren Zeitpunkt ist des Weiteren eine ausführliche Synopse zum Inhalt der Publikation geplant, damit sich jeder Leser selbst ein genaues Bild über Dichtung und Wahrheit machen kann.
 

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