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Militärmedizinische Sektion
Wandbild

„Aus dem Leben des medizinischen Dienstes der Nationalen Volksarmee“ (Grafik-Zyklus von Helmut Maletzke, Greifswald)

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Die Militärmedizinische Sektion an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald (1955 – 1990)

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Gliederung

- Die Vorgeschichte
- Die Gründung der MMS als Dienststelle der KVP und ihre Formierung als militärmedizinische Ausbildungseinrichtung der NVA (1955 – 1964)
- Die MMS als militärmedizinische Hochschuleinrichtung und Struktureinheit der EMAU (1964 – 90)
- Die Aufgaben der MMS
- Die Struktur (Gliederung) und die Personalstärke der MMS
- Die Ausbildungsbasis
- Gefechtsbereitschaft
- Die Parteiorganisation
- Die FDJ-Organisation
- Die Gewerkschaftsarbeit
- Die Kulturarbeit
- Der Sport
- Das Traditionszimmer der MMS
- Die Kommandeure der MMS
- Angaben aus Berichten, Informationen und Meldungen des K-MMS (1977 – 1987)
- Bilder
- Literatur
 

Die Vorgeschichte


Die Zeit als Luftwaffenlazarett (1936 – 1945)
Die Liegenschaft/der Standort der Militärmedizinischen Sektion (MMS) war vor der Nutzung durch die KVP/NVA bis zum  Kriegsende im Mai 1945 ein Lazarett der Luftwaffe der Wehrmacht mit 600 Betten. Es wurde Ende der 1930er/Anfang der 1940er Jahre errichtet und zu Beginn des 2. Weltkrieges in Betrieb genommen. Ähnliche Bauten entstanden u. a. in Braunschweig und Halle-Dölau. Der Hauptgebäudekomplex sieht im Grundriss wie ein stilisiertes Flugzeug vom Typ He 111 aus. Genauere Angaben konnten bislang nicht ermittelt werden (siehe Suchanzeigen).
 


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Luftwaffenlazarett 1943 (Haupteingang mit vorstehender Pergola)

Die Nachkriegszeit bis zur Gründung der MMS (1945 - 1955)
Nach der kampflosen Übergabe Greifswalds am 29. April 1945 wurde die Liegenschaft als Lazarett der Sowjetarmee und nach der Wiedereröffnung der Universität am 15. Februar 1946 bis zur Gründung der MMS 1955 als ABF und durch weitere theoretische Einrichtungen Universität genutzt. Untergebracht waren hier: (siehe Suchanzeigen).

Die Gründung der MMS als Dienstelle der KVP und ihre Formierung als militärmedizinische Ausbildungseinrichtung der NVA (1955 -1964 )
Die MMS wurde am 01.06.1955 auf Beschluss des Ministerrates der DDR über die Bildung als KVP-Dienststelle Greifswald III gegründet. Originaldokumente hierüber konnten zu DDR-Zeiten und bis zum heutigen Datum nicht aufgefunden werden. Die Studierenden der MMS rekrutieren sich aus den bisherigen Angehörigen der Studentenkompanie Leipzig, KVP-Studenten, die an anderen Universitäten studierten und Freiwilligen aus den Reihen der Studenten der Universität Greifswald. (Der Aufstellungsakt wurde durch Vorlesungsstreiks Greifswalder Medizinstudenten gestört, den das Gerücht auslöste, dass alle Medizinstudenten verpflichtet werden sollten, an der MMS zu studieren. /Siehe Literaturangabe 4). Die Studierenden absolvierten das Vollstudium der Medizin, Stomatologie oder Pharmazie an den Einrichtungen (Kliniken und Instituten der Medizinischen und der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät) der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald; an der MMS fanden zunächst nur militärische Grundausbildung, Politunterricht und Sport statt.
Von Anbeginn ihrer Gründung hatte die MMS den Status einer zentralen Ausbildungsstätte für Militärärzte, Militärzahnärzte und Militärapotheker in der DDR. 1955 – 1964 waren der Status /die Stellung der MMS und ihre Aufgaben in einem Statut geregelt. Als militärische Dienststelle der KVP/NVA unterstand sie unmittelbar dem Stellvertreter des Chefs der KVP /des Ministers für Nationale Verteidigung und Chef der Rückwärtigen Dienste, der diese Verantwortung im allgemeinen Dienstbetrieb dem Chef der Medizinischen Verwaltung übertrug.
In den Anfangsjahren war die MMS vor allem eine Truppenunterkunft für anfangs 494 und später bis zu 650 Offiziersschüler und Offiziershörer, die an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität  (den) Medizin, Stomatologie und Pharmazie studierten. Mit dem Ende der 50er Jahre  beginnt der Prozess der zunehmenden Profilierung zu einer militärmedizinischen Ausbildungsstätte.

1955
1. Lehrgang 1955 in Greifswald

 

Wichtige Daten und Ereignisse der Entwicklung in dieser Zeit waren: 1)
•Die Übernahme als militärische Lehreinrichtung in die NVA am 04.10.1956.
•Die Verleihung der Truppenfahne durch den Ministerrat am 05.10.1957.

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Übergabe der Truppenfahne (und anschließende Präsentation der Truppenfahne) an den Kommandeur der MMS, Oberst Dr. Ludwig Mecklinger,  am 5. Oktober 1957 durch Generalmajor Rudolf Menzel auf dem Ostplatz des Volksstadions

• Der Beginn der regelmäßigen militärmedizinischen und Sanitätsausbildung durch Major Pieper und Hauptmann Dr. Hüller 1958.
• Die Versetzung der ersten 38 Absolventen als Militärärzte in die Truppe im Februar 1958.
• Die Konstituierung des Lehrbeirates im Dezember 1958.
• Die Herausgabe des „Informationsblattes für militärmedizinische Fragen“ am 20.03.1959, des Vorläufers der späteren     „Zeitschrift für Militärmedizin“.
• Die Erste wissenschaftliche Konferenz der MMS im Oktober 1959, die Erste Militärmedizinische Konferenz der NVA  an der MMS im November 1959  und die  Zweite wissenschaftliche Konferenz der MMS im November 1960.
• Die Bildung eines Lehrstuhls für Militärmedizin (Leiter: Oberstltn. Dr. Kelch) im Dezember 1960 mit den Fachgebieten Organisation und Taktik des medizinischen Dienstes (Komm. Leiter: Major Pieper) und Militärmedizinische Versorgung (Leiter: Oberstltn. Fuchs), dem zugleich das medizinisch-technische Zentrum und die Zentralstelle für militärmedizinische Dokumentation unterstanden. Mit dem Stellenplan Nr. 2-20/62 für die Jahre 1961-63 und dem Stellenplan und Ausrüstungsnachweis für die Jahre 1962-64“ erweiterte sich das Soll von 26 Offizieren und 20 zivilen Mitarbeitern auf 36 Offiziere und 33 zivile Mitarbeiter und damit wurden auch die Voraussetzungen für die Schaffung wissenschaftlicher Einrichtungen ausgebaut. (Hier sei angemerkt, dass es mit dieser Entwicklung auch zeitweilig die Ausstellung einer Urkunde durch den Kommandeur der MMS gegeben hat, in der er den Absolventen /mit Dienstgrad und Namen bescheinigte, die Militärmedizinische Sektion absolviert und das Staatsexamen /unter Angabe der Note als Militärarzt bestanden zu haben. Diese Urkunde hatte nach den Rechtsvorschriften der DDR keinerlei Gültigkeit und wurde daher auch bald abgeschafft.)
• Die Bildung des Zentralinstituts für Militärmedizin (Leiter: Oberstltn. Dr. Kelch) sowie des Lehrstuhls für Gesellschaftswissenschaften (Leiter: Oberstltn. Petruschke) am 01. Dezember 1961. Zum ZIM gehörten das Institut für Organisation und Taktik des medizinischen Dienstes (IOTMD), die Lehrstühle Militärhygiene, Feldepidemiologie, Medizinische Schutz und für Gefechtsausbildung sowie das medizinisch-technische Zentrum, zum Lehrstuhl für Gesellschaftswissenschaften die Fachgebiete Dialektischer und historischer Materialismus, Politische Ökonomie, Geschichte der Arbeiterbewegung und Marxistisch-leninistische Lehre vom Krieg und von den Streitkräften. Mit der Bildung des Lehrstuhls für Gesellschaftswissenschaften wurde die Ausbildung in den Grundlagen des Marxismus- Leninismus, bisher durchgeführt vom gleichnamigen Institut der EMAU, an die MMS übernommen.
• Die Bildung eines Instituts für medizinischen Schutz im Jahre 1962.
• Die Bildung der Abteilungen Feldchirurgie und Innere Militärmedizin im Januar 1963 als Struktureinheiten des IOTMD.
• Durch Beschluss des Präsidiums des Ministerrates der DDR vom 27.11.1963 erhält die MMS den Status einer wissenschaftlichen Hochschuleinrichtung. Das Statut tritt mit der Unterzeichnung des Ministers für Nationale Verteidigung, Armeegeneral Hoffmann, und des Staatssekretärs für Hoch- und Fachschulwesen, Prof. Dr. Gießmann, am 16.12.1963 in Kraft. Es regelte  Fragen der Bildung, Erziehung und Ausbildung sowie der wissenschaftlichen und Forschungsarbeit und die Verantwortlichkeit für das gesellschaftswissenschaftliche Studium sowie die militärmedizinische, militärpharmazeutische und militärische Ausbildung. Der Kommandeur der MMS wurde Prorektor für Militärmedizin mit der Zuständigkeit in den Prorektoratsaufgaben dieses Bereiches für
- Studienangelegenheiten,
- den wissenschaftlichen Nachwuchs,
- die Forschung und
- das gesellschaftswissenschaftliche Grundstudium im Bereich der MMS.
Als Hochschuleinrichtung erhielt die MMS das Recht zur Durchführung von Promotionsverfahren für Dissertationsschriften mit militärmedizinischem Inhalt und zur Verleihung des akademischen Grades eines Doktors der Medizin (Dr. med.). Die Aufgaben und die Zusammensetzung des hierfür zuständigen Wissenschaftlichen Rates wurden ebenfalls in diesem Statut geregelt.
 

Die MMS als militärmedizinische Hochschuleinrichtung und Struktureinheit der EMAU (1964 1990)

Mit der am 14. Januar 1964 erstmalig in Kraft getretenen "Vereinbarung über die Stellung und Aufgaben der Militärmedizinischen Sektion an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald“ zwischen dem Minister für Nationale Verteidigung und dem Staatssekretär für das Hoch- und Fachschulwesen, die das bisher geltende Statut ablöste, wurde die MMS der Universität angegliedert (In den offiziellen Dokumenten wird der Begriff „Angliederung“ verwendet, in der Praxis handelte es sich aber tatsächlich um eine Eingliederung als Struktureinheit.)
Die Vereinbarung des Jahres 1964 wurde in den Folgejahren, so mit der Gründung der Fakultät für Militärmedizin  des Wissenschaftlichen Rates der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald am 26. Februar 1970, die das Promotionsrecht A und B für wissenschaftliche Arbeiten zu militärmedizinischen Themen erhielt, wiederholt textlich modifiziert und ergänzt. Grundsätzlich unverändert blieb die militärische Unterstellung dem Stellvertreter des Ministers für Nationale Verteidigung und Chef Rückwärtige Dienste und die fachliche Unterstellung dem Staatssekretär (später: Minister) für das Hoch- und Fachschulwesen und ab 14.04.1986 dem Rektor der Universität Greifswald.
Wichtigste Konsequenz hieraus war, dass für den Stellenplan und Ausrüstungsnachweis (STAN) und den gesamten Dienstablauf  für die Militärangehörigen und Zivilbeschäftigten, die jetzt die Bezeichnung zivile Mitarbeiter trugen, die militärischen Bestimmungen und Dienstvorschriften der NVA weiterhin Gültigkeit hatten,  der Haushalt aber vom Ministerium für das Hoch- und Fachschulwesen und schließlich der Universität getragen wurde.


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Empfang des Ministers für Nationale Verteidigung, Armeegeneral Heinz Hoffmann, anlässlich der Eingliederung der MMS in die EMAU, durch den Kommandeur, Oberst Prof. Dr. Ludwig Mecklinger, am 15. Januar 1964

Das war eine generelle Regelung für alle militärischen Einrichtungen bei den staats- und wirtschaftsleitenden Organen, zu denen z. B. die Abteilungen I der Ministerien zählten, so auch die Abteilung I des MfGe, um damit den Verteidigungshaushalt zu entlasten.

Wichtige Daten und Ereignisse in diesem Zeitabschnitt 1964 – 1990 waren: 1)
•Der akademische Festakt, das feierliche Zeremoniell der Angliederung der MMS an die EMAU am 15. Januar 1964 in Anwesenheit des Ministers für Nationale Verteidigung, Armeegeneral Heinz Hoffmann, des Staatssekretärs für Hoch- und Fachschulwesen, Prof. Gießmann, sowie weiterer Repräsentanten des Staats- und Parteiapparates der DDR in der Aula mit anschließendem Empfang von Armeegeneral Hoffmann im Theatercafe und einem großen Zapfenstreich auf dem Marktplatz. In dem akademischen Festakt wurden Oberst Dr. Mecklinger und Oberst Dr. Hackenberg zu Professoren ernannt und  vier weitere Offiziere mit der Wahrnehmung einer Dozentur beauftragt.

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Akademischer Festakt – Einzug des Rektors und der Ehrengäste

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Eröffnung des Akademischen Festakts durch den Rektor, Prof. Dr. Tartler
 
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Berufung von Oberst Dr. Mecklinger zum Professor

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Großer Zapfenstreich auf dem Marktplatz

• Die Auflösung des ZIM und die Neustrukturierung der Institute und Lehrstühle im Januar 1964, die mit dem  Hochschulstatus der MMS praktisch den universitären Einrichtungen gleichgestellt wurden. Im Ergebnis dessen entstanden das:
- Institut für Gesellschaftswissenschaften (IGW);
- Institut für Organisation des Gesundheitsschutzes und Organisation und Taktik des medizinischen Dienstes, das im Oktober 1964 in die zwei selbständigen Institute – Organisation und Taktik des medizinischen Dienstes (IOTMD) und Organisation des Gesundheitsschutzes (IOGS) aufgegliedert wurde. Das IOGS wurde 1972 umstrukturiert und umbenannt in  Institut für die gesamte Militärhygiene (IgMH) und ab Dezember 1977 in Institut für Militärhygiene (IMH);
- Institut für militärische Radiologie und Toxikologie (IMRT), ab 1971 Institut für Militärradiologie und Militärtoxikologie (IMM);
- Institut für biologischen Schutz (IBS), seit 1968 Institut für Feldepidemiologie und Mikrobiologie (IFM) und später Institut für Feldepidemiologie und militärische Mikrobiologie (IFMM);
- Institut für Militärpharmazie (IMP) und später Institut für Militärpharmazie und Militärmedizintechnik (IMPMMT) und der Lehrstuhl für operativ-taktische Ausbildung (OTA), der 1971 in das IOTMD eingegliedert wurde.
Damit war die Profilierung der MMS als zentrale militärmedizinische Ausbildungseinrichtung in der DDR weitestgehend abgeschlossen und diese Grundstruktur bestand im Wesentlichen bis 1990.
Die MMS war in den Folgejahren nach dem Bereich Medizin der zweitgrößte Wissenschaftsbereich unter den 17 Hauptstruktureinheiten der EMAU, zu denen u. a. gehörten die Sektio-nen Biologie, Chemie, Geographie, Geologische Wissenschaften, Geschichte /Kunst- und Musikwissenschaften, Mathematik, Nordeuropawissenschaften, Pharmazie, Physik, Sport- wissenschaften, Sprach- und Literaturwissenschaften und Theologie, sowie ab 1987 noch Sektion Stomatologie.
• Die Umbildung des Lehrbeirates in den Wissenschaftlichen Rat der MMS mit Promotionsrecht (bis zur Gründung der Fakultät für Militärmedizin im Jahre 1970) im Januar 1964.
• Die Durchführung der ersten Promotionsverfahren A im August 1964.
• Die Auszeichnung der MMS mit der Verdienstmedaille der NVA in Gold am 01.06.1970 aus Anlass des 15. Jahrestages ihrer Gründung.
 

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Anheften der Ehrenschleife an die Truppenfahne anlässlich der Auszeichnung der MMS mit der Verdienstmedaille der NVA in Gold am 01.06.1970 durch den Stellvertreter des Ministers für NV und Chef Rückwärtige Dienste, Generalleutnant Allenstein

• Das Inkrafttreten der Vereinbarung über die Stellung der Militärmedizinischen Sektion an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald und die Bildung der Fakultät für Militärmedizin des Wissenschaftlichen Rates der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald am 01.06.1970.
• Die Umbildung des Wissenschaftlichen Rates der MMS in einen Rat der Sektion.
• Die Durchführung der ersten Diplomverfahren im September 1970.
• Die Auszeichnung der MMS mit dem Kampforden „Für Verdienste um Volk und Vaterland“ in Gold am 01.03.1975.
 

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Anheften der Fahnenschleife an die Truppenfahne anlässlich der Auszeichnung der MMS mit dem Kampforden „Für Verdienste um Volk und Vaterland“ in Gold zum 01.03.1975 durch den K-MMS

• Das Inkrafttreten der Vereinbarung über die Stellung der Militärmedizinischen Sektion an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald und der Fakultät für Militärmedizin des Wissenschaftlichen Rates der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald am 01.11.1976.
• Die Übertragung der Verantwortung als Herausgeber der Zeitschrift für Militärmedizin an den K-MMS im Dezember 1976.
• Der Beginn der Ausbildung von ausländischen Militärkadern (AMK) aus der Demokratischen Republik Vietnam /Sozialistischen Republik Vietnam /DRV/SRV) im September 1978 und aus der Jemenitischen Arabischen Republik (JAR) 1979.
• Das Inkrafttreten der Vereinbarung zwischen dem MfNV und dem MHF über die Stellung und die Aufgaben der MMS an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald am 21.10.1981.
• Der Besuch des Ministers für Nationale Verteidigung, Armeegeneral Heinz Hoffmann, an der MMS. Gemeinsam mit seinen Stellvertretern, Generaloberst Heinz Kessler und Generalleutnant Jochen Goldbach informiert er sich über die Ausbildung künftiger Militärärzte, -zahnärzte und –apotheker. In Anwesenheit des Rektors, Prof. Dr. Dieter Birnbaum, demonstriert der Kommandeur der MMS, Generalmajor Prof. Dr. Edgar Steiner, in einer Ausstellung Ergebnisse der militärmedizinisch-wissenschaftlichen Arbeit, berichtet bei einem Rundgang durch die Lehrbasis von der erfolgreichen Entwicklung der Dienststelle und stellt dem Minister neben Lehroffizieren, Offiziersschülern und zivilen Mitarbeitern auch Angehörige der Vietnamesischen Volksarmee und der Armee der Jemenitischen Arabischen Republik vor, die an der MMS studierten.

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Besuch des Ministers für Nationale Verteidigung, Armeegeneral Heinz Hoffmann, am 04. Juli 1984 an der MMS (Auskunftsbericht des K-MMS im Klub der Dienststelle)

• Die Auszeichnung der MMS zum Nationalfeiertag der DDR mit dem „Scharnhorst-Orden“.
• Das Inkrafttreten der Durchführungsvereinbarung zwischen dem Stellvertreter des Ministers für NV und Chef Rückwärtige Dienste und dem Stellvertreter des Ministers für Hoch- und Fachschulwesen zur Vereinbarung über die Stellung und die Aufgaben der MMS, mit der die vollständige Eingliederung der MMS in die Ernst-Moritz-Arndt-Universität und fachliche Unterstellung unter den Rektor der EMAU vollzogen wird. Zugleich wird der MMS die militärmedizinische Ausbildung der Studenten der Medizin und Stomatologie übertragen. Die Leitung der Abteilung Militärmedizin übernimmt Oberst d. Res. Prof. Dr. Letzel. Die militärische Unterstellung und die Disziplinarbefugnisse nach den militärischen Bestimmungen bleiben für den Dienstbetrieb und die Armeeangehörigen und zivilen Mitarbeiter unverändert. Der STAN wird künftig vom Minister für Hoch- und Fachschulwesen bestätigt (erstmalig am 01.09.1987).
• Die Verleihung des Namens /Die Namensgebung „Maxim Zetkin“ am 29.02.1988.
• Die Abwicklung der MMS und die Gründung der MEDIGREIF GmbH 1990.


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Die Liegenschaft der MMS nach der Abwicklung und der Gründung der MEDIGREIF GmbH (aktuelle Luftbildaufnahme)

Die Aufgaben der MMS
Die Vereinbarung zwischen dem Minister für Nationale Verteidigung und dem Staatssekretär /Minister für das Hoch- und Fachschulwesen des Jahres 1964 mit den Modifizierungen der nachfolgenden Jahre legte die folgenden Aufgaben für die MMS fest:
1. Aus- und Weiterbildung von medizinischen Hoch- und Fachschulkadern für die NVA sowie die Schutz- und Sicherheitsorgane der DDR (ihr wurde zugleich anfangs das Promotionsrecht und nach der Gründung der Fakultät für Militärmedizin 1970 das Diplomrecht zuerkannt).
2. Militärmedizinisch-wissenschaftliche Arbeit und Forschung. Forschungskategorien, die an der MMS bearbeitet worden sind, waren:
- Zentrale Forschungsvorhaben (ZVF) der NVA (2, 13, 14, 17, 18, 19 in den verschiedenen Planungsperioden);
- Themen der internationalen Zusammenarbeit (abgeleitet aus den „Koordinierungsberatungen“ der medizinischen Dienste der Armeen der Staaten des Warschauer Vertrages und bilateralen Vereinbarungen);
- Forschungs- und Entwicklungsthemen (F/E-Themen) des medizinischen Dienstes der NVA und
- dienststelleneigene Themen zur Vervollkommnung der Lehre und zur Entwicklung der Fachgebiete.
3. Ausbildung im Lehrgebiet Militärmedizin für alle Studenten der Grundstudienrichtungen Medizin und Stomatologie an der EMAU.
4. Militärmedizinische Information und Dokumentation. Hierzu wurden von der MMS  herausgegeben:
- Der „Informationsdienst – Reihe Militärmedizin“, 7 – 8 Hefte im Jahr;
- der „Referatedienst Militärmedizin“, 6 Ausgaben im Jahr und
- die „Schnellinformation für leitende Kader“, 4 – 6 Ausgaben im Jahr.
5. Rechentechnische Bearbeitung und Aufbereitung militärmedizinalstatistischer Daten für den Führungsprozess im medizinischen Dienst der NVA, u. a. jährliche Herausgabe eines Gesundheitsberichtes.
6. Herausgabe der „Zeitschrift für Militärmedizin“ (6 Hefte im Jahr).

Die Struktur (Gliederung) und die Personalstärke der MMS
Die MMS hatte, beginnend mit der Angliederung an die EMAU, folgende Grundstruktur, die annähernd gleich geblieben ist und nach dem Stand Ende der 1980er Jahre wiedergegeben wird:
Führung
- Kommandeur (K-MMS), zugleich Prorektor für Militärmedizin und Mitglied des Senats der EMAU; Dienststellung Generalleutnant
- Stellvertreter und Leiter der Politabteilung (STKLPA); Dienststellung Generalmajor
- Stellvertreter Ausbildung (STKAU); Dienststellung Generalmajor
- Stellvertreter Forschung/Wissenschaft und Forschung (STKFO/STKWF); Dienststellung Generalmajor
- Stellvertreter Allgemeine Aufgabe/Allgemeiner Stellvertreter (STKAA/ALLST); Dienststellung Oberst
- Leiter Rückwärtige Dienste (LRD); Dienststellung Oberst.
Institute (geleitet von Direktoren); Dienststellung Oberst
- Institut für Gesellschaftswissenschaften (IGW); unterstellt dem (STKLPA)
- Institut für Organisation und Taktik des Medizinischen Dienstes (IOTMD)


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Das IOTMD 1986

- Institut für Militärhygiene (IMH)
- Institut für Militärtoxikologie und Militärradiologie (IMM)
- Institut für Feldepidemiologie und Mikrobiologie/Feldepidemiologie und Militärmikrobiologie (IFM/IFMM)
- Institut für Militärpharmazie/Militärpharmazie und Militärmedizintechnik (IMP/IMPMM)
- Institut für Militärmedizinische Informatik (IMMI), seit 01.05.1987.
Die Institute gliederten sich in Lehrstühle und Fachgruppen und hatten eine Personalstärke von 14 – 28 Mitarbeitern.
Funktionalorgane
- Sekretariat des K-MMS


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Sekretariat des K-MMS (Von links: Oberstltn. Gähme, ZM Horst, Oberstltn. A. D. Pieper (Vorgänger von Oberstltn. Gähme, Fähnrich Braasch)

- Unterabteilung Kader
- Arbeitsgruppe Finanzen/Finanzökonomie
- Redaktion der Zeitschrift für Militärmedizin
- Dekanat (bis zur Gründung der MMA 1981).

Weitere wichtige Struktureinheiten
- Ausbildungskompanien/Studienjahrgänge mit einem Lehrgruppenleiter/Kompaniechef und einem Hauptfeldwebel. Alle weiteren Dienststellungen (Stellvertretender KC, Zugführer und Gruppenführer) nahmen OH/OS wahr. Die Studienjahrgänge wurden von einem Bataillonskommandeur geführt und unterstanden dem STKAU. Die Personalstärke der Studienjahrgänge betrug im Ausbildungsjahr 1985/86 zwischen 46 (6. Studienjahr) und 81 OS/OH (1. Studienjahr) und erhöhte sich auf 105 OS im Ausbildungsjahr 1989/90.
- Ausbildungseinheiten Fähnriche, FäS und OaZ (unterstellt dem STKAU).
- Reservistenlehrgänge (unterstellt dem STKAU).
- Leitstelle für Information und Dokumentation (unterstellt dem STKWF).
- Militärmedizinalstatistik mit einer Rechenbetriebseinrichtung (unterstellt dem STKWF).
Ausbildungsbasis, VS-Stelle, Betriebswache (unterstellt dem STAA).
- Medizinische Einrichtung, Verpflegungsdienst, B/A-Dienst, Kfz.-Dienst, Unterkunftsdienst, Technik und Bewaffnung,  (unterstellt dem LRD).
Die Personalstärke der MMS betrug nach dem bestätigten STAN (1986) beim Stammpersonal 128 Armeeangehörige (davon 50 militärmedizinische Planstellen) und 312 zivile Mitarbeiter, die maximale Personalstärke mit Offiziersschülern, Offiziershörern, OaZ, Fähnrichschülern, Unteroffizieren in Fähnrichausbildung und Reservisten ca. 1.200 Mann. Die Planstellen waren bei den Armeeangehörigen durchschnittlich zu 89% (militärmedizinischen Planstellen 66 %) und bei den zivilen Mitarbeitern zu 87% besetzt. Das Durchschnittsalter der Offiziere betrug 47,2 Jahre, 44% der Offiziere waren älter als 50 Jahre, 59 % hatten ein Dienstalter von über 25 Jahren.

Die Ausbildungsbasis
Zur Ausbildungsbasis der MMS zählten u. a.:
• 1 technisches Ausbildungszentrum (TAZ) für die Unterbringung von Ausbildungs- u. a. Technik (Kfz., Apotheke im Faltkoffer/Ap-F, epidemiologisches Feldlabor/EFL)
• 2 Sportplätze
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Sportplatz der MMS (im Hintergrund Lehr- und Unterkunftsgebäude)

• 1 Sturmbahn
• 1 Versuchstierhaltung
• 1 Druckerei
• 3 Hörsäle mit 40, 60 und 110 Plätzen
• 26 Lehrklassen, Ausbildungskabinette und Labore


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Mehrzwecklabor IMM (vorderer Eingang) und IFM (hinterer Teil)

• 1 Druckerei
• 1 wissenschaftliche und 1 allgemeine Bibliothek.
Weiterhin verfügte die MMS über:
• 4 Unterkunftsgebäude


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Lehrgebäude (links) und Unterkunftsblock UG 38 (rechts)

• 1 Klub
• 1 Traditionszimmer
• 1 Küche
• 3 Speisesäle
• 1 Freizeitzentrum
• 1 Sauna und
• 1 Offiziersunterkunft in der Stadt (Falladastraße).
Zum Ende der MMS befanden sich auf einer Fläche von ca. 129.600 m2 insgesamt 31 Gebäude und Einrichtungen mit einem Grundmittelwert von ca. 45 Mio. Mark.

Gefechtsbereitschaft
Die MMS war in das System der Gefechtsbereitschaft der NVA mit folgenden Maßnahmen/Aufgaben integriert:
• Erarbeitung, Führung und ständige Präzisierung der befohlenen Dokumente der Gefechts- und Mobilmachungsbereitschaft („Plan der Überführung in die Gefechtsbereitschaft Stufe „EG“ – erhöhte Gefechtsbereitschaft, „GK“ – Gefechtsbereitschaft bei Kriegsgefahr und „VG“ – volle Gefechtsbereitschaft).
• Tägliche Gefechtseinteilung und planmäßige Qualifizierung der Wach- und Tagesdienste.
• Monatliche Durchführung von Tagen der Gefechtsbereitschaft.
• Periodisches Training von Elementen der Gefechts- und Mobilmachungsbereitschaft (ca. 65/Jahr).
• Regelmäßige Überprüfungen der Gefechtsbereitschaft durch den Vorgesetzten.
• Abversetzung/Kommandierung von ca. 20 Offizieren für die Aufstellung von MOB-Einheiten (sanTK, RL-Verwaltungen).
• Zuversetzung von Offizieren der Reserve/Eingliederung von Ersatzkadern in Dienststellungen an der MMS  zur Erfüllung der Aufgaben im Verteidigungszustand.
• Fortsetzung der verkürzten Ausbildung ab dem 4. Studienjahr.
• Militärmedizinisch-wissenschaftliche Arbeit und Forschung nach gesondertem Plan.

Die Parteiorganisation
In Durchsetzung des in der gesamten Gesellschaft der DDR geltenden Prinzips der führenden Rolle der Partei als Quelle aller Erfolge und einer erfolgreichen sozialistischen Entwicklung bestand auch an der MMS mit ihrer Gründung eine Parteiorganisation der SED, war die Mehrheit der Armeeangehörigen Mitglied der SED (1963 – 98% der Offiziere des Stammpersonals und 81% der Lehrgänge). Nach der Parteistruktur vom 4. Oktober 1956 wurden Parteiorganisationen mit den Rechten einer Grundorganisation gebildet, die von der Politabteilung geführt wurden. Im April 1958 trat an die Stelle der Politabteilung eine gewählte Zentrale Parteileitung mit einem hauptamtlichen Parteisekretär. Nach dem Inkrafttreten der vom ZK der SED am 5. November 1963 bestätigten „Instruktion für die Arbeit der Parteiorganisationen der SED in der Nationalen Volksarmee und für die Politorgane der Nationalen Volksarmee“ wurde die Zentrale Parteileitung an der MMS aufgelöst und die unmittelbare Führung der Grundorganisationen übernahm die Politabteilung. Da die MMS nach den Disziplinarbefugnissen einem Verband (Division) gleichgestellt war, war die Politabteilung das leitende Parteiorgan der Dienststelle und nahm gegenüber den Grundorganisationen der Partei die Rechte und Pflichten einer Kreisleitung der SED wahr. Ihr oblag zugleich die Verantwortung für die FDJ-Organisation, die Gewerkschaft, die Kulturarbeit und den Sport  an der MMS. Der Leiter der Politabteilung war dem Chef des übergeordneten Politorgans beim Stellvertreter des Ministers und Chef Rückwärtige Dienste unmittelbar unterstellt und rechenschaftspflichtig. Als Stellvertreter des Kommandeurs war er diesem gegenüber für die politische Arbeit verantwortlich. Leiter der Politabteilung waren 1961 – 1969 Oberstltn. Petruschke, 1969 – 1981 Oberst Zipfel, 1981 – 1987 Generalmajor Wagner und 1987 – 1990 Oberst Siegfried Zeht.


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Strukturschema der Politabteilung

Nach der neue Parteiinstruktion 1967 erhielten die an der MMS bestehenden 10 Parteiorganisationen mit 19 Parteigruppen den Status von Grundorganisationen und übernahmen damit die volle Verantwortung für die Durchsetzung der in der Parteiinstruktion festgelegten Aufgaben. 1986 waren 459 Mitglieder und 62 Kandidaten der SED in 20 Grundorganisationen organisiert. Der Organisationsgrad in der SED betrug 60 %, davon 100 % der Offiziere und Fähnriche des Stammpersonals, der OS/OH des 4. bis 6. Studienjahres, der Fähnrichschüler und der OS des Pharmazeutenzuges; 90 % der OS des 3. Studienjahres, 84 % der OS des 2. Studienjahres, 59 % der OS des 1. Studienjahres, 83 % der Unteroffiziere und 29 % der zivilen Mitarbeiter). 

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Parteiaktivtagung der SED-Grundorganisationen an der MMS im Karl-Marx-Jahr (April 1983)

Die FDJ-Organisation
Nach der Parteiinstruktion oblag die Durchsetzung der Jugendpolitik der Partei an der MMS und damit die Führung der FDJ-Organisation der Politabteilung. Die FDJ-Organisation der MMS umfasste die Grundorganisationen anfangs der Lehrgänge (1955 – 1974) und später der Studienjahrgänge (1976 – 1988), in denen alle Studenten Mitglied der FDJ waren. Die nachfolgenden Ausführungen lehnen sich an die  Publikation von Zöllner an und vermitteln einen Eindruck von damaligen wichtige Aktivitäten, Initiativen und Aufgeboten und der seinerzeit typischen Diktion.
„Als sozialistischer Jugendverband und als treue Kampfreserve der Partei der Arbeiterklasse leistet die FDJ-Organisation der MMS von Anbeginn ihren jugendspezifischen Beitrag zur politischen, kulturellen und sportlichen Massenarbeit sowie zur klassenmäßigen Erziehung des militärmedizinischen Nachwuchses. Ausgehend von der als wichtiger Bestandteil ihres Verbandsauftrages formulierten Forderung, militärmedizinische Kader zu erziehen, die jederzeit den Fahneneid, die Befehle und militärischen Bestimmungen ehrenvoll erfüllen und nach Höchstleistungen in der Aneignung der Wissenschaft streben, sicherte die FDJ-Organisation, dass ihre Mitglieder konkrete, abrechenbare Verpflichtungen für hohe Studienergebnisse eingehen. Sie sorgte sich gleichzeitig um eine sinnvolle Freizeitgestaltung zur Entspannung der Offiziersschüler und -hörer vom Studium und von der militärischen Ausbildung.
In der politischen Massenarbeit, der sozialistischen Wehrerziehung und bei der Pflege und Erforschung der revolutionären Traditionen des medizinischen Dienstes leisteten die Offiziershörer und Offiziersschüler über viele Jahre eine selbständige schöpferische Arbeit. Sie unterstützten durch politische Streitgespräche und durch die Klärung ideologischer Grundfragen unter zivilen Kommilitonen den Prozess der Entwicklung der Greifswalder Universität zu einer sozialistischen Hochschule, sie erwarben sich Verdienste bei der vormilitärischen Ausbildung der Studenten vor allem in den Ausbildungslagern Prerow und Breege, sie werteten sowjetische Kriegs- und Memoirenliteratur für den Erkenntnisgewinn in der politischen Arbeit im medizinischen Dienst aus und untersuchten die Geschichte des Internationalen Sanitätsdienstes während des revolutionär-demokratischen Krieges des spanischen Volkes von 1936 - 1939.
Angeleitet von der im August 1958 unter Vorsitz von Oberleutnant Grützner gebildeten Jugendkommission wirkten die FDJ-Grundeinheiten aktiv an der Lösung der vor der MMS stehenden Aufgaben mit. Ihr besonderes Anliegen war es, alle FDJ-Mitglieder zu befähigen, den Leninischen Hinweis im täglichen Leben zu verwirklichen, dass ohne „…Arbeit, ohne Kampf … das aus kommunistischen Broschüren und Werken geschöpfte Bücherwissen über den Kommunismus keinen Pfifferling wert (ist) …“
Im Ergebnis fruchtbarer Zusammenarbeit zwischen der Jugendkommission der MMS und der Hochschulgruppenleitung der FDJ an der Greifswalder Universität wuchsen die politische Reife und das Vermögen der uniformierten und zivilen FDJ-Mitglieder, sich kämpferisch mit bürgerlichen Theorien auseinanderzusetzen und offen für den Sozialismus Partei zu ergreifen.
Die FDJler der MMS beeinflussten aktiv die Jugendarbeit im Greifswalder Stadt- und Kreisgebiet. Ihre Verdienste wurden allein in den Jahren bis 1960 durch die Verleihung der Artur-Becker-Medaille an 4 FDJ-Kollektive und 12 FDJ-Mitglieder gewürdigt. Die hohe Wertschätzung der Jugendarbeit während dieser Zeit drückte sich auch in der Berufung von Hauptmann Grützner und Unterleutnant Kunkel in die Studentenkommission des Zentralrates bzw. der Bezirksleitung Rostock der FDJ aus. In den folgenden Jahren setzten die FDJ-Mitglieder der MMS die guten Traditionen ihres Wirkens zur allseitigen Entwicklung junger Sozialisten in den Streitkräften der DDR zielstrebig fort.
Unterstützt von der Politabteilung, in den Jahren von 1966 bis 1973 besonders durch Major Schwarz, unternahmen sie große Anstrengungen in den Ausbildungseinheiten, um die von den Parteitagen der SED und die auf dem VIII. und IX. Parlament der FDJ gefassten Beschlüsse in die Tat umzusetzen. Zu den Höhepunkten der FDJ-Arbeit gehörten die Erarbeitung von Kampfprogrammen zur Vorbereitung des VII. Parteitages der SED und des 50. Jahrestages der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution und die Rechenschaftslegung über ihre Erfüllung vor dem Kommandeur und dem Leiter der Politabteilung in den Jahren 1966/76, die Erfüllung der vom Kommandeur übertragenen Kampfaufträge in der sozialistischen Wettbewerbsführung "Roter Kampfwagen" und "Marschrichtungszahl 20 – Orientierungspunkt 7.10." in den Jahren 1968/69, die Übernahme der schöpferischen Aneignung des Marxismus-Leninismus als Jugendobjekt Nummer 1 im Jahre 1969, die Gestaltung einer Offiziersschülerkonferenz anlässlich der Tage der MMS vom 22. 04. bis 01. 05. 1970 unter dem Thema "Im Leninschen Geist erfüllen wir mit Initiative und Schöpferkraft die Befehle und bereiten uns gewissenhaft auf die Aufgaben als Militärarzt vor", die Wettbewerbsführung unter der Losung "Salut 25 - jederzeit gefechtsbereit" zu Ehren des 25. Jahrestages der SED und der FDJ, des VIII. Parteitages der SED und des IX. Parlaments der FDJ im Jahre 1971, die Realisierung des Kampfprogramms "Kampfkurs X - jederzeit wachsam und gefechtsbereit" in den Jahren 1972/73, die Entwicklung der Masseninitiative im Wettbewerb "Soldatenauftrag XXV" aus Anlass des 25. Jahrestages der DDR im Jahre 1974, die Aktivitäten zu Ehren des 60. Jahrestages der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution im Jahre 1977 und nicht zuletzt .in Vorbereitung des 30. Jahrestages der Gründung der DDR,  für die der Sekretär der FDJ-Organisation des Studienjahrgangs 1976, Offiziersschüler Jentsch, in Anerkennung hervorragender Ergebnisse ein Rotes Ehrenbanner des ZK der SED in Empfang nehmen konnte.
Viele ehemalige Mitglieder der FDJ-Organisation der MMS, die als Partei- oder Jugendfunktionäre, als Gruppen- oder Zugführer und in der Kultur- und Sportarbeit aktiv waren, bekleideten später verantwortliche Funktionen im medizinischen Dienst der NVA und der Schutz- und Sicherheitsorgane, sowie im staatlichen Gesundheitswesen oder im Hoch- und Fachschulwesen der DDR“.


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Delegiertenkonferenz der FDJ-Grundorganisation der MMS 1983

Die Gewerkschaftsarbeit
Die zivilen Mitarbeiter bildeten ca. 2/3 des Personalbestandes der MMS. Bis Anfang der sechziger Jahre waren sie als Zivilbeschäftigte vorwiegend zur Unterstützung der Stabsarbeit und im Wirtschaftsbereich tätig. Mit der weiteren Entwicklung der Dienststelle vergrößerte sich die Zahl der Zivilbeschäftigten, die seit der Angliederung der MMS in die Ernst-Moritz-Arndt-Universität die Bezeichnung „Zivile Mitarbeiter" trugen, hatten sie zunehmend Anteil an der Erfüllung der Aufgaben in Lehre und Forschung. Langjährige verdienstvolle zivile Angehörige waren
• die Mitarbeiterinnen Bellmann, Borgwardt, Coubal, Eggert, Greeck, Hamann, Hammermeister (die „Seele“ des Küchenkollektivs), Kind, Knade Naumann, Ratunde, Rührdanz, Schammel, Schmid-Daberkow (Dolmetscherin des sowjetischen Beraters und Autorin  des von ihr erarbeiteten deutsch-russischen Wörterbuchs der Militärmedizin), Snoppek, Wendorff und Wendt sowie
• die Mitarbeiter  Alexander, Deutschmann, Feiks, Gless, E. und W. Kobrow, Kramer, Nehmitz, Riedel, Stutz, Töllner und Werth.
Von dem guten Verhältnis, das zwischen zivilen Mitarbeitern und Armeeangehörigen besteht und davon, zu welchen Leistungen gemischte Kollektive unter Leitung erfahrener Offiziere fähig sind, zeugte auch die Auszeichnung von Instituts- und anderen Arbeitskollektiven sowie einer großen Zahl von Einzelpersonen mit der Verdienstmedaille der NVA, dem Ehrentitel "Kollektiv der sozialistischen Arbeit" bzw. als "Aktivist der sozialistischen Arbeit".
Die zivilen Mitarbeiter der MMS waren in der Gewerkschaft der Zivilbeschäftigten der NVA, Bereichsgewerkschaftsorganisation (BRGO) Rückwärtige Dienste organisiert. Gewerkschaftsgruppen bestanden vor allem in Kollektiven mit vorwiegend zivilen Mitarbeitern. Sie waren in ihren Kollektiven die Organisatoren des sozialistischen Wettbewerbes und der Neuererarbeit und tragen damit zur Erfüllung der Hauptaufgaben in Lehre und Forschung bei,  fühlten sich für ein gesundes Arbeitsklima und für eine gute Arbeitsdisziplin und die volle Ausnutzung der Arbeitszeit verantwortlich. Gewerkschaftsmitglieder, die nicht bereits in einem anderen politischen Schulungssystem erfasst waren, nahmen an den Schulen der sozialistischen Arbeit teil und regelmäßige aktuell-politische Gespräche in den Kollektiven ergänzten diese politische Bildungsform.
Monatlich führte der Kommandeur Arbeitsberatungen mit dem BGL-Vorsitzenden durch, in periodischen Abständen beriet er  mit der BGL, die über viele Jahre umsichtig von H. Schumann und Dr. H. Margies geleitet wurde, gemeinsam mit den Gewerkschaftsvertrauensleuten die zu lösenden Aufgaben und halbjährlich legte er in der Vertrauensleute-Vollversammlung Rechenschaft über die Erfüllung der Dienstellenvereinbarung und die darin übernommenen Verpflichtungen zur Verbesserung der Arbeits-, Dienst- und Lebensbedingungen ab.
In den letzten Jahren entwickelten sich die Gewerkschaftsgruppen mehr und mehr zu Initiatoren des Kulturlebens an der MMS unter Einbeziehung der Armeeangehörigen. Sorgfältig und interessant geführte Brigadebücher vermitteln ein lebendiges Bild von der Vielfalt der Aktivitäten. Mit besonderer Liebe und Sorgfalt bereiteten z. B die Mitglieder des Frauenausschusses der Dienststelle die Kinderfeste anlässlich des jährlich stattfindenden Festes der Familie und die Kinderweihnachtsfeiern vor.
Das erfolgreiche langjährige gemeinsame Wirken der Armeeangehörigen und zivilen Mitarbeiter der MMS und ihre vorbildliche politische und militärische Pflichterfüllung wurden durch den Ministerrat der DDR mit der Verleihung der Verdienstmedaille der NVA in Gold 1970, des Kampfordens für Verdienste um Volk und Vaterland in Gold 1975 und des Scharnhorst-Ordens 1986 gewürdigt.


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Festsitzung verdienstvoller Gewerkschaftsfunktionäre der MMS aus Anlass des 10. Jahrestages der Gründung der Gewerkschaft der Zivilbeschäftigten dar NVA

Dr. Hartmut Margies, langjähriger BGL-Vorsitzender, erinnert sich:
Die Zivilen Mitarbeiter (ZM) waren als Mitglieder der größten Massenorganisation der DDR, des Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes, in einer BGO organisiert. Im Jahre 1964 waren es 33 ZM, seit 1976 über 200 ZM. Die Gewerkschaftsgruppen wurden den dienstlichen Aufgaben entsprechend in den Arbeitskollektiven gebildet. Armeeangehörige waren in der Regel nicht Mitglied der Gewerkschaft bzw. ihre Mitgliedschaft ruhte. Die Gewerkschaftsgruppen wählten aus ihrer Mitte
• einen Vertrauensmann,
• einen Kulturfunktionär,
• einen SV-Obmann,
• einen Arbeitsschutzbevollmächtigten und
• einen Sportfunktionär.
Der Vertrauensmann leitete die Gewerkschaftsgruppenarbeit und war für die Zusammenarbeit mit dem staatlichen Leiter des Arbeitskollektivs in allen gewerkschaftlichen Fragen verantwortlich. Er kassierte monatlich die Mitgliedsbeiträge seiner Mitglieder und verkaufte Solidaritätsmarken zu bestimmten und besonderen gewerkschaftlichen Solidaritätsaktionen auf nationaler aber auch internationaler Ebene. In der Regel fand in den Gewerkschaftsgruppen monatlich eine Mitgliederversammlung statt.
Die Arbeit der BGO wurde von der Betriebsgewerkschaftsleitung (BGL) organisiert und durchgeführt. Die Mitglieder der BGL wurden in geheimer Wahl von den Gewerkschaftsmitgliedern für einen Zeitraum von ca. 2,5 Jahre gewählt. Die gewählte BGL wählte dann aus ihrer Mitte einen Vorsitzenden und einen Stellvertreter zur verantwortlichen Durchführung der gewerkschaftlichen Arbeit. Ehrenamtliche Vorsitzende der BGL über mehrere Wahlperioden waren:
Hans Siebert, Alexander Kärgling, Harry Schumann und Hartmut Margies. Hannelore Horn war für eine Wahlperiode hauptamtliche Vorsitzende der BGL.
Der Vorsitzende der BGL hatte die gewerkschaftliche Arbeit zu leiten und war für die Zusammenarbeit der BGO mit dem Kommandeur sowie die Zusammenarbeit mit der übergeordneten Bereichsgewerkschaftsleitung (BRGL) verantwortlich.
Der Stellvertreter war vornehmlich für die Zusammenarbeit mit den Vertrauensleuten der Gewerkschaftsgruppen und die Schulung und Anleitung der Gruppenfunktionäre zuständig. Weitere Mitglieder der BGL übernahmen die Leitung folgender gewerkschaftlicher Kommissionen:
• Rechtskommission,
• Frauenkommission,
• Kulturkommission,
• Arbeitsschutzkommission,
• Rat für Sozialversicherung (SV),
• Finanzkommission und
• Veteranenkommission.
Die Rechtskommission beschäftigte sich in Vorbereitung der BGL-Sitzungen und deren Beschlussfassung mit Einstellungen, Gehaltseinstufungen, Prämierungen und Auszeichnungen der Zivilen Mitarbeiter. Sie war verantwortlich für die Schulung der Konfliktkommission in arbeitsrechtlichen Fragen.
Die Frauenkommission beschäftigte sich in Vorbereitung von BGL-Beschlüssen mit der Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen der weiblichen Gewerkschaftsmitglieder mit Anträgen auf Kindergarten- und Kinderkrippenplätze bis zur Vergabe von Ferien- und Urlaubsplätzen.
Die Kulturkommission organisierte die Mitarbeit der Gewerkschaftsmitglieder beim Fest der sozialistischen Soldatenfamilie und bei kulturellen Veranstaltungen wie Parkfeste, Fasching, Frauentagsfeiern, Namensgebung bis zu Treffs mit Schulpatenklassen.
Die Arbeitsschutzkommission hat über die Arbeitsschutzleute der Gewerkschaftsgruppen Fragen des Arbeits- und Brandschutzes kontrolliert und über Schulungen das Wissen der Gewerkschaftsmitglieder auf diesem wichtigen Gebiet erweitert sowie die entsprechenden staatlichen Leiter bei den regelmäßigen Arbeitsschutzbelehrungen unterstützt.
Der Rat für SV war verantwortlich für die Schulungen über vorbeugende Maßnahmen im Gesundheitsschutz und die kontinuierliche Betreuung von erkrankten Mitgliedern über regelmäßige Krankenbesuche bis zur Beantragung von Reha-Maßnahmen bzw. von Kuren. Die Finanzkommission war zuständig für die Bereitstellung der Marken für die Mitgliedsbeiträge, den Verkauf der Solidaritätsmarken und deren Abrechnung. Sie führte die Konten der gewerkschaftlichen Finanzmittel und war für deren Planung und Aufteilung auf die Gewerkschaftsgruppen verantwortlich.
Der Veteranenkommission oblag die Betreuung der aus dem Arbeitsprozess ausgeschiedenen Gewerkschaftsmitglieder – nicht nur bei Geburtstagen, sondern auch im Krankheitsfall. Sie organisierte Tagesfahrten „ins Blaue“ mit den Veteranen bzw. Weihnachtsfeiern. Mit zunehmender Anzahl der Veteranen ergab sich die Möglichkeit, eine eigene Abteilungsgewerkschaftsleitung (AGL) der Veteranen zu wählen, die die Arbeit mit den Mitgliedern selbst in die Hände nahm und mit Unterstützung der BGL gestaltete. Höhepunkte waren die Versammlungen der Veteranen, zu denen der Kommandeur und der BGL-Vorsitzende eingeladen waren. Durch die Ausführungen des Kommandeurs über die Aufgaben der MMS für das Ausbildungsjahr und die erreichten Ergebnisse des Vorjahres erlebten die Veteranen emotional mit, wie ihre Arbeit fortgesetzt wurde. Vorsitzender der AGL Veteranen war über mehrere Wahlperioden Willi Ewald.
Die Arbeit der BGL und ihrer Kommissionen wurde durch die Revisionskommission der BGO kontrolliert. Der Einsatz der gewerkschaftlichen Finanzmittel sowie die Kontrolle der Konten standen regelmäßig auf der Tagesordnung. Vorsitzender der Revisionskommission waren über mehrere Wahlperioden Werner Hunger und Rainer Röpke.


Zur Zusammenarbeit der BGL mit dem Kommandeur
Für viele Entscheidungen des Kommandeurs – besonders in arbeitsrechtlichen Fragen – war die Zustimmung der BGL als Beschluss Voraussetzung. Der Vorsitzende der BGL hatte regelmäßig die Möglichkeit, in den monatlichen persönlichen Rücksprachen mit dem Kommandeur und auf den Dienstbesprechungen des Kommandeurs bzw. operativ über Probleme der Gewerkschaftsarbeit zu sprechen. Auch die Vorsitzenden der Kommissionen der BGL hatten regelmäßige Beratungen mit den dienstlich verantwortlichen Offizieren. In den Arbeitskollektiven haben die Leiter die Vertrauensleute in ihre Entscheidungsfindung aktiv mit einbezogen. Zur Erfüllung der dienstlichen Aufgaben und zur Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen der Zivilen Mitarbeiter wurde jährlich zwischen dem Kommandeur der MMS und der BGL eine Dienststellenvereinbarung abgeschlossen. Diese enthielt konkrete Verpflichtungen beider Seiten mit Terminsetzung und ausgewiesener Verantwortlichkeit zu folgenden Schwerpunkten:
• sozialistischer Wettbewerb,
• Kampf um den Ehrentitel „Kollektiv der sozialistischen Arbeit“ und Neuerertätigkeit,
• Einsatz der Mittel der Fonds,
• Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen,
• Arbeits- und Gesundheitsschutz,
• Verwendung betrieblicher Erholungseinrichtungen (Bungalow, Zelte),
• berufliche Qualifizierung,
• Kultur- und Bildungsplan,
• Frauenförderungsplan und
• Veteranenbetreuung.
Die Ausarbeitung der Dienststellenvereinbarung wurde vom Kommandeur über eine eingesetzte Arbeitsgruppe und von der BGL über ihre Kommissionen gemeinsam organisiert. Die Dienststellenvereinbarung wurde dann auf einer Vertrauensleutevollversammlung beraten und beschlossen. Zweimal jährlich fand eine Rechenschaftslegung des Kommandeurs und der BGL vor der Vertrauensleutevollversammlung statt. Parallel wurde der Kampf der Dienst- und Arbeitskollektive um den Ehrentitel „Kollektiv der sozialistischen Arbeit“ vom Kommandeur und der BGL gemeinsam organisiert. Diese Auszeichnung konnte den Kollektiven jährlich zuerkannt werden. Sie wurde nach einer erfolgreichen Verteidigung über die Erfüllung der Kollektiv-, Gruppen- und Einzelverpflichtungen vom Kommandeur mit Zustimmung der BGL ausgesprochen. Die Ausgezeichneten erhielten neben einer Urkunde und Medaille auch eine Geldprämie gemäß Dienststellenvereinbarung. Zu Beginn des Ausbildungsjahres konnten die Dienst- und Arbeitskollektive ein Programm zur Erreichung des Ehrentitels vorlegen. Im Jahre 1968 wurde als erstes Kollektiv das Institut für Organisation des Gesundheitsschutzes mit diesem Titel ausgezeichnet. Insgesamt kann zur Zusammenarbeit der BGL mit dem Kommandeur eingeschätzt werden, dass eine sachbezogene und kontinuierliche Zusammenarbeit für beide Seiten eine Selbstverständlichkeit war. Natürlich wurde zu festlichen Veranstaltungen bzw. Jubiläen der Gewerkschaft der Zivilbeschäftigten der NVA oder des FDGB der Kommandeur als Ehrengast eingeladen.
 

Zur Zusammenarbeit mit der übergeordneten BRGL
Gewerkschaftspolitisch gehörte die BGO der MMS zur übergeordneten BRGO der Gewerkschaft der Zivilbeschäftigten der NVA beim Stellvertreter des Ministers für NV und Chef Rückwärtige Dienste. In einigen Wahlperioden waren die Zivilen Mitarbeiter Luise Melde und Hartmut Margies Mitglied der BRGL. Der Vorsitzende und der Stellvertreter der BRGL besuchten die BGO der MMS regelmäßig und traten bei den gewerkschaftlichen Ganztagsschulungen oder bei gewerkschaftlichen Höhepunkten auch als Redner auf. Über zwei Wahlperioden war mit Harry Schumann auch ein Mitglied der BGO der MMS als gewähltes Mitglied des Zentralvorstandes der Gewerkschaft der Zivilbeschäftigten der NVA tätig. Die Zivilen Mitarbeiter der MMS erhielten für langjährige Mitarbeit eine Treueprämie gemäß dem Tarif der Gewerkschaft der Zivilbeschäftigten. Die Bezahlung der Zivilen Mitarbeiter wurde nach den Tarifbestimmungen des Ministers für Hoch- und Fachschulwesen für die Gewerkschaft Wissenschaft vorgenommen - als Folge der Angliederung der MMS an die Ernst – Moritz – Arndt – Universität Greifswald. Zur BRGO gehörte auch die BGO der Militärmedizinischen Akademie Bad Saarow, zu der die BGL der MMS einen guten Kontakt hatte und auch mehrere Erfahrungsaustausche organisierte.

Die Kulturarbeit
Seit Gründung der MMS haben die Offiziersschüler und -hörer ebenso wie die Angehörigen des Stammpersonals lebhaften Anteil an der Entfaltung des Kulturlebens in der Dienststelle, aber auch im Stadt- und Kreisgebiet von Greifswald genommen. Die aktive Beschäftigung mit Kultur und Kunst war fester Bestandteil des Lebens an der Dienststelle. Über die MMS hinaus wirkte die Tournee der Mitglieder des Dramatischen Zirkels unter Leitung von Leutnant Degenhardt 1957/58. Bekannt wurde in der Öffentlichkeit das Kabarett "Humoroblasten" mit Unterleutnant Seidel als Leiter. Seit November 1957 trat regelmäßig der Musikklub der MMS, geleitet von Leutnant Jäschke, mit Konzerten am Standort, darunter auch vor den Hochschullehrern der Universität, auf. Die von ihm dargebotenen Abende klassischer Kammermusik waren stets ein Ereignis im Kulturleben der Greifswalder Alma Mater.
1961 errangen Mitglieder des Musikklubs erste Plätze bei den "Musischen Wochen" der Universität. Leutnant Jäschke und Unterleutnant Lüdtke ist die Entstehung des Liedes der MMS zu verdanken.

Lied1

PartiturMMS1

PartiturMMS2

PartiturMMS3

PartiturMMS4
                                                   Originalpartituren Lied der MMS © Jäschke und Lüdtke - Privatarchiv Prof. Dr. Jäschke


Während der Musikklub im Regelfall solistisch, vorrangig mit den Musikinstrumenten Klavier und Violine auftrat, verfügte das gesamte Ensemble über einen Chor, eine Akkordeon-, eine Tanz- und eine Kabarettgruppe.
Unvergessen bleiben die traditionellen Konzerte, die vom Musikklub unter Mitwirkung des Kommandeurs, Oberst Dr. Mecklinger (Klavier), im Speisesaal vor Angehörigen der Dienststelle veranstaltet wurden. Mitglieder verschiedener an der MMS bestehender Kulturgruppen traten mit Estradenprogrammen bei den Wahlen zu den örtlichen Volksvertretungen, anlässlich des 15. Jahrestages der Befreiung des deutschen Volkes vom Hitlerfaschismus und anderen politischen Höhepunkten sowie bei Ernteeinsätzen erfolgreich an die Öffentlichkeit. Besondere Verdienste um die Entwicklung des geistig-kulturellen Lebens an der MMS und darüber hinaus um die politische Singebewegung in der DDR erwarb sich der im Oktober 1969 von Offiziersschülern und Studenten der Greifswalder Universität gegründete Singeklub "Gruppe Potemkin" unter Leitung von Offiziersschüler Zimmering. Für seine künstlerischen Leistungen erhielt er die Artur-Becker-Medaille, einen Sonderpreis des Zentralrates der FDJ, eine Goldmedaille zu den 13. Arbeiterfestspielen der DDR und den Titel „Verdientes Volkskunstkollektiv".
Ab September 1970 wurde an der Dienststelle ein Programm zur kultur-ästhetischen Erziehung und Bildung der Offiziersschüler und -hörer in den Ausbildungsprozess übernommen. Damit wurde die planmäßige Vermittlung kulturpolitischer Grundkenntnisse begonnen, die später in Jahresplänen weitergeführt wurden. Diese Maßnahme fand seit 1969 eine wirkungsvolle Ergänzung in einer großen Zahl künstlerischer Selbstbetätigung in den Ausbildungseinheiten und im Stammpersonal, deren Ergebnisse alljährlich in Volkskunstausstellungen zu besichtigen waren. Ebenfalls seit 1969 gab es die regelmäßige Veranstaltungsreihe "Klubgespräche", in der u. a. Theater- und Musikschaffende sowie Schriftsteller zu Worte kamen.
Die kulturellen Veranstaltungen und Aktivitäten der Angehörigen der MMS haben insbesondere in den Anfangsjahren nach der Gründung der Dienststelle einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung eines sich ständig verbessernden wechselseitigen Verständnisses zwischen der Universität und der Militärmedizinischen Sektion geleistet.

Der Sport
Die an der MMS bestehende Armeesportgemeinschaft (ASG) „Vorwärts“ hat in all den Jahren ihres Bestehens einen wirksamen Beitrag zur körperlichen Ertüchtigung der Offiziersschüler und –hörer, aber auch der Angehörigen des Stammpersonals geleistet. Ihr gehörten alle Armeeangehörigen und ein großer Teil der zivilen Mitarbeiter an.
Die Leistungsfähigkeit der Greifswalder Armeesportler unterstreichen zahlreiche Siege in verschiedenen Sportdisziplinen. Unmittelbar nach der Gründung der MMS entstanden die  Sportsektionen
• Fußball,
• Boxen,
• Fechten,
• Leichtathletik,
• Schießen,
• Schach und
• Segeln,
deren Mitglieder durch überdurchschnittliche Leistungen das Ansehen der Dienststelle an der Universität und der NVA stärkten. Die Fußballmannschaft der ASG Vorwärts Greifswald stieg 1959/60 in die Bezirksklasse und belegte bei einem Turnier der Dienststellenmannschaften von Schulen der NVA in Oranienburg den ersten Platz.
Im Dezember 1961 erkämpften zwei Mitglieder der Sektion Boxen bei den Studentenmeisterschaften der DDR Bronzemedaillen. Im Januar 1962 errang Offiziersschüler Gemballa den Titel des Bezirksmeisters im Fechten (Florett und Degen). Beim Universitätssportfest 1962 in Greifswald konnten die Athleten der MMS erstmals den Gesamtsieg erringen. Die Offiziersschüler Römer und Essegern siegten 1963 bei den Schachmeisterschaften des Militärbezirks Neubrandenburg.
Seit 1965 wurde die ASG „Vorwärts“ Greifswald mit ihren über 650 Mitgliedern ununterbrochen als „Beste Armeesportgemeinschaft“ und 1982 als „Vorbildliche Sportgemeinschaft des DTSB“ ausgezeichnet. Die freizeitsportliche Tätigkeit bestimmten insbesondere die regelmäßige Teilnahme der Greifswalder ASG-Mitglieder an den sportlichen Fernwettkämpfen, den jährlichen Meisterschaften im Pistolen- und MPi-Schießen sowie in verschiedenen leichtathletischen Disziplinen, im Schwimmen und im Volleyball der NVA, an Universitätssportfesten und -ausscheiden sowie der seit 1969 sich ständig weiterentwickelnden "Meilenbewegung". Regelmäßig fanden MMS-Meisterschaften in vielen sportlichen Disziplinen, jährliche Sportfeste der Waffenbrüderschaft sowie Familiensportfeste statt.
 

 

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Leichtathletischer Mehrkampf im Volksstadion

 

Unter Leitung ihrer langjährigen Vorsitzenden, Oberst Melchert, Oberst Doz. Dr. Temmler und Oberst Doz. Dr. Gobetz, konnten die MMS-Sportler in den 1970/80er Jahren beachtliche Erfolge erzielen. Zur Erfolgsbilanz gehören u. a. mehrmalige DDR-Meister-, DDR-Studentenmeister- und Bezirksmeistertitel im militärischen Mehrkampf, Bezirksmeistertitel im Boxen, im Turnen und in der Leichtathletik, verschiedene Siege bei Kreismeisterschaften, vordere Plätze bei Meisterschaften der ASV-Vorwärts und bei Universitätssportfesten. Allein im Jahre 1979 erkämpften die ASG-Mitglieder mehr als 3.000 Sportabzeichen und 50 % von ihnen den Titel "Beste Sportlerin/Bester Sportler". Mehrfach wurde die ASG-Greifswald als "Beste Armeesportgemeinschaft" ausgezeichnet und im 30. Jahr des Bestehens der DDR wurde sie für ihre kontinuierlichen Leistungen in der Sportstafette "DDR-30" mit der Ehrenschleife des DTSB ausgezeichnet.
 
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9. Volleyballturnier der Waffenbrüderschaft 1983 in Greifswald

Das Traditionszimmer der MMS

Das Traditionszimmer der MMS war nach der „Ordnung über die militärische Traditionspflege in der NVA“ – „Traditionspflegeordnung“  vom 20.10.1972 eingerichtet und diente
- der politischen Massenarbeit im Prozess der Bildung und Erziehung der Angehörigen der Dienststelle sowie
- der Unterstützung der wehrpolitischen Arbeit in der Öffentlichkeit.
Das Traditionszimmer gliederte sich in 3 Räume (Teile der Traditionspflege befanden sich außerhalb – Eingangsflur, Klub u. a.):
Raum1
- Bild und Kurzbiographie von Ernst Moritz Arndt
- Darstellung revolutionärer und fortschrittlicher militärischer Traditionen
- Ausstellungsgegenstände (Geschenke u. a.)
- Ehrentafel der besten Absolventen.

Raum 2
- Waffenbrüderschaftsbeziehungen der MMS (Bild und  Kurzbiographie Oberst Woitenko, Militärmedizinische Akademie „S. M. Kirow“ Leningrad, Lazarett der GSSD Hohenlychen, Militärmedizinisches Institut Königsgrätz u. a.)
- Tafel des gemeinsamen Weltraumfluges Siegmund Jähn und Waleri Bykowski
- Tafeln über den antifaschistischen Widerstandskampf in Greifswald und die kampflose Übergabe/Befreiung der Stadt Greifswald.

Raum 3
- Bilder und Kurzbiographien der Kommandeure
- Leistungen in Lehre und Forschung
- Auszeichnungen der MMS und von Kollektiven
- Ausstellung von Lehrbüchern und Lehrmaterialien für das Studium.
 

Die Kommandeure der MMS (Kurzbiographien nach dem Text im Traditionszimmer)

Generalmajor Prof. Dr. med. Karl-Hans Walther

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Generalmajor Karl-Hans Walther, am 4. Oktober 1895 als Sohn eines kaufmännischen Angestellten in Gotha geboren, begann sein Medizinstudium 1914 an der Kaiser-Wilhelms-Akademie in Berlin. Nach mehrjähriger, durch den Fronteinsatz im ersten Weltkrieg bedingter Unterbrechung, setzte er von 1919 bis 1922 das Studium an den Universitäten Berlin, Jena, Heidelberg und Hamburg fort und erwarb 1923 den Doktortitel. Im gleichen Jahr begann seine militärärztliche Tätigkeit. Er qualifizierte sich im Fach Hygiene und erlangte 1937 die Habilitation. Von 1939 bis 1940 bekleidete er die Funktion eines Chefepidemiologen. Während des zweiten Weltkrieges übte er Dienststellungen als Divisions- und Armeearzt in Frankreich, Norwegen und an der deutsch-sowjetischen Front aus.

Bei Kriegsende stand er im Range eines Generalarztes und war, 1944 zum Professor mit Lehrauftrag berufen, als Abteilungsleiter am Hygiene-Institut Leipzig tätig, wo er 1945 zuerst in amerikanische, dann in sowjetische Kriegsgefangenschaft geriet. Hier besuchte er die Antifa-Schule in Krasnogorsk und nahm 1946 Verbindung zum ·Nationalkomitee Freies Deutschland· auf. Aktiv beteiligte er sich an dessen antifaschistischer Propagandaarbeit mit Vorträgen vor deutschen Kriegsgefangenen über das Gesicht des künftigen demokratischen Deutschland. Nach seiner Rückkehr in die Heimat im Herbst 1949 wirkte Prof. Walther zunächst im Ministerium für Gesundheitswesen der DDR. Er übernahm hier 1950 die Leitung der Abteilung Hygiene und Seuchenbekämpfung und hatte in dieser Funktion maßgeblichen Anteil am Aufbau eines weitverzweigten Netzes der medizinischen Betreuung der Bevölkerung. Mit großer Umsicht und Sachkenntnis nahm er in den Jahren 1950 und 1951 die ihm übertragene Aufgabe zur hygienischen Sicherstellung des ersten Deutschlandtreffens der Jugend und der III. Weltfestspiele der Jugend und Studenten in Berlin wahr. In Anerkennung seiner Verdienste wurde ihm 1952 dem Jahr seines Eintritts in die SED, der Ehrentitel Verdienter Arzt des Volkes verliehen. Im Zusammenhang mit der Aufstellung der Kasernierten Volkspolizei wurde Prof. Walther 1952 zum Chef der Medizinischen Verwaltung berufen und zum Generalmajor ernannt. Gestützt auf seine reichen militärärztlichen Erfahrungen setzte er sich mit ganzer Kraft für die Organisierung der medizinischen Betreuung der Angehörigen der KVP ein. Mit der Gründung der Militärmedizinischen Sektion im Juni 1955 wurde Generalmajor Walther ihr erster Kommandeur. Die Folgen eines langjährigen Leidens machten jedoch 1956 seine Versetzung aus dem aktiven Wehrdienst in den Ruhestand erforderlich. Er verstarb am 9. März 1965 im Alter von 69 Jahren in Dresden.

Oberst Prof. Dr. med. habil. Ludwig Mecklinger (1957 – 1964)

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Oberst Ludwig Mecklinger wurde am 14. November 1919 als Sohn eines Gewerbetreibenden in Buchdorf/Bayern geboren. Dem Besuch der Volksschule von 1925 bis 1929 schloss sich die Ausbildung am Humanistischen Gymnasium in Eichstätt/Bayern an, das er 1937 mit dem Abitur abschloss. Nach dem Studium von zwei Semestern Philosophie wurde er 1938 zur Ableistung seiner Arbeitsdienstpflicht im faschistischen Reichsarbeitsdienst und im April 1939 zur faschistischen deutschen Luftwaffe einberufen. Sein letzter Dienstgrad war Unterarzt der Reserve. Während seines Militärdienstes begann er im Herbst 1939 das Studium der Medizin in Leipzig und legte Ende 1944/ Anfang 1945 in Berlin das Staatsexamen ab.

Zum gleichen Zeitpunkt promovierte er zum Dr. med. Die ärztliche Laufbahn Oberst Mecklingers begann während des zweiten Weltkrieges in verschiedenen Lazaretten und setzte sich nach der Entlassung aus amerikanischer Kriegsgefangenschaft im Juli 1945 in der Tätigkeit als Allgemeinpraktiker bis Herbst 1945 fort. Danach absolvierte er eine mehrmonatige Spezialausbildung in der Seuchenbekämpfung und widmete sich dieser Aufgabe von Anfang 1946 bis Ende 1947. Im Jahre 1948 wurde Dr. Mecklinger in die Funktion eines Abteilungsleiters im damaligen Landesgesundheitsamt Halle/Saale berufen. In diesen Jahren mit den Grundsätzen und Inhalten des neuen demokratischen Gesundheitswesens vertraut geworden, half er ab 1952 als Stellvertreter des Vorsitzenden das Deutsche Rote Kreuz in der DDR aufzubauen. Während dieser Tätigkeit legte er 1954 als Fernstudent das juristische Staatsexamen ab. Von der SED, der Dr. Mecklinger seit ihrer Gründung angehört, beauftragt, übernahm er im November 1955 eine verantwortliche Funktion im Medizinischen Dienst der Kasernierten Volkspolizei und wurde zum Oberst ernannt. Nach Gründung der Nationalen Volksarmee und ihrer militärmedizinischen Lehreinrichtung berief der Minister für Nationale Verteidigung Oberst Mecklinger im März 1957 zum Kommandeur der Militärmedizinischen Sektion. Aufgrund seiner großen Erfahrungen in der Führung und Erziehung junger Menschen leistete er hier einen entscheidenden Beitrag für die Entwicklung der Sektion zu einer sozialistischen Hochschuleinrichtung der Militärmedizin. Für seine Verdienste um die Entwicklung des medizinischen Dienstes der NVA erhielt Oberst Mecklinger die Ehrentitel Verdienter Arzt des Volkes (1959) und Obermedizinalrat (1962) verliehen. Seine Leistungen wurden außerdem mit weiteren hohen staatlichen Auszeichnungen anerkannt. In seiner Eigenschaft als Kommandeur der Militärmedizinischen Sektion bekleidete Oberst Mecklinger die Funktion des Prorektors für Militärmedizin. Er war Mitglied des Rates der Medizinischen Fakultät und des Hohen Senats der Ernst-Moritz-Arndt-Universität. Hier wurde ihm 1959 die Leitung des Lehrstuhls für Sozialhygiene im Hygienischen Institut übertragen. Nach seiner Habilitation berief der Staatssekretär für das Hoch- und Fachschulwesen der DDR Oberst Mecklinger im Januar 1964 zum Professor. Mit der Übernahme der Funktion als Stellvertreter des Ministers für Gesundheitswesen der DDR im gleichen Jahr wurde Oberst Mecklinger von seinen Pflichten als Kommandeur der MMS entbunden und aus dem aktiven Wehrdienst entlassen. Von November 1971 – Oktober 1988 war er Minister für Gesundheitswesen der DDR. Der IX. Parteitag der SED wählte ihn zum Kandidaten des Zentralkomitees. In Anerkennung seines persönlichen Einsatzes beim Aufbau eines leistungsfähigen Gesundheitswesens in der DDR wurde ihm an seinem 60. Geburtstag vom Vorsitzenden des Staatsrates die Ehrenspange zum Vaterländischen Verdienstorden in Gold verliehen.

Oberst Prof. Dr. med. habil. Heinz-Werner Hackenberg (1964 – 1965)

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Oberst Heinz-Werner Hackenberg wurde am 30. September 1921 als Sohn eines Hüttenarbeiters in Leipzig geboren. Nach Ablegung des Abiturs im September 1940 erfolgte seine Einberufung zur faschistischen deutschen Wehrmacht, als deren Angehöriger er vom Dezember 1943 bis zum September 1944 an der Universität Göttingen das Studium der beiden ersten vorklinischen Semester in Humanmedizin bis zum Abschluß des Vorphysikums absolvierte. Infolge eigener und familiärer Verbindungen zu antifaschistischen Kräften wurde er 1944 vom Studium relegiert und zu einer Fronteinheit versetzt. Im Frühjahr 1945 gelangte er als verwundeter Fahnenjunker-Feldwebel in englisch-amerikanische Kriegsgefangenschaft, aus der er im gleichen Jahr nach Leipzig entlassen wurde.

Hier übte er zunächst eine einjährige Tätigkeit als Krankenpfleger aus und nahm ab 1946, dem Jahr der Aufnahme in die SED erneut das Studium der Humanmedizin an der Leipziger Universität auf. Am 6. März 1951 beendete er sein Studium. Unmittelbar darauf absolvierte Heinz-Werner Hackenberg bis Januar 1953 seine Pflichtassistenz, zuerst am Krankenhaus Leipzig-Dösen und danach am Krankenhaus Bad Elster. Während dieser Zeit war er zugleich als Betriebsarzt in verschiedenen Leipziger Großbetrieben bzw. im Bergarbeitersanatorium "Albert Funk" tätig. Aus Anlass der Weltfestspiele der Jugend und Studenten in Berlin wurde ihm im Juli und August 1951 eine Kreisarzttätigkeit  als "Länderbüroarzt" übertragen. Nach Abschluß der Pflichtassistenz arbeitete er im Januar und Februar 1953 als Hygienearzt in der Organisation "Dienst für Deutschland" und trat im März des gleichen Jahres in die bewaffneten Organe der DDR ein. Als An gehöriger der KVP und später der NVA konnte er, inzwischen zum Offizier ernannt, in verschiedenen Funktionen im medizinischen Dienst seine begonnene wissenschaftliche Laufbahn fortsetzen. Stationen dieser Entwicklung waren: Promotion zum Dr. med. im Juni 1957; Ernennung zum Oberarzt im Januar 1959; Beauftragung mit der Wahrnehmung einer Dozentur und gleichzeitige Übernahme der kommissarischen Leitung des Lehrstuhls für Allgemeine und Kommunalhygiene im Hygiene-Institut der Ernst-Moritz-Arndt-Universität im September 1959; Promotion zum Dr. med. habil. im November 1959; Ernennung zum Dozenten im Januar 1962 und Berufung zum Professor mit Lehrauftrag im Januar 1964. Als Kommandeur und zugleich als Prorektor für Militärmedizin an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität stand Oberst Hackenberg von Februar 1964 (lt. Zeittafel April 1964?) bis September 1965 an der Spitze der MMS. Die Verdienste Oberst Hackenbergs wurden durch die Verleihung der Verdienstmedaille der NVA in Gold und anderer Auszeichnungen gewürdigt. Nach seiner Versetzung in die Reserve setzte Oberst Hackenberg bis zu seinem Tode im Juni 1978 seine wissenschaftliche Tätigkeit im Bereich des Ministeriums für das Hoch- und Fachschulwesen bzw. des staatlichen Gesundheitswesens fort.

Oberst Doz. Dr. med. Herbert-Peter Liphardt (1965 – 1971)

Oberst dr. sc.med Liphardt

Oberst Herbert-Peter Liphardt wurde am 10. April 1921 als Sohn eines Angestellten in Berlin geboren. Nach dem Besuch des Schiller-Realgymnasiums und der Clausewitz-Oberschule in Berlin-Charlottenburg legte er das Abitur ab, dem sich von 1940 bis 1945 ein Studium der Humanmedizin anschloss. Die Stationen seiner Hochschulausbildung waren die Universitäten in Leipzig und Wien. Im Jahre 1946 leistete Oberst Liphardt seine Pflichtassistenz ab, der bis 1949 eine Tätigkeit als Assistenzarzt an der Orthopädischen Universitätsklinik in Leipzig folgte. Von 1950 bis zu seinem Eintritt in die Kasernierte Volkspolizei wirkte er als 1. Oberarzt in der gleichen Einrichtung. Seine verantwortungsvolle Gewerkschaftsarbeit von 1945 bis 1954, so u. a. als Vorsitzender der AGL der Orthopädischen Universitätsklinik Leipzig, Mitglied  des Bezirksvorstandes der Gewerkschaft Gesundheitswesen Leipzig und Mitglied des Zentralvorstandes der Gewerkschaft Wissenschaft führte ihn 1960 in die Reihen der SED.

Mit dem Eintritt in die Kasernierte Volkspolizei am 15. November 1954 übernahm er die Leitung der Orthopädischen Klinik des Zentralkrankenhauses der Kasernierten Volkspolizei als Chefarzt. Von 1957 bis 1965 war er unter Beibehaltung der Leitung der Klinik Leiter des Zentralen Lazaretts der Nationalen Volksarmee bzw. dessen Stellvertreter für Wissenschaft und medizinische Ausbildung. Im September 1965 ernannte der Minister für Nationale Verteidigung Oberst Liphardt zum Kommandeur der MMS. In dieser Dienststellung war er zugleich bis 1970 Prorektor für Militärmedizin an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität. Die Verdienste Oberst Liphardts als Kommandeur der MMS fanden ihre Würdigung in der Verleihung der Verdienstmedaille der DDR, der Verdienstmedaille der NVA in Gold, der Artur-Becker-Medaille, der Ehrennadel der Gesellschaft für deutsch-sowjetische Freundschaft sowie in der Berufung zum Hochschuldozenten. Im Herbst 1971 wurde ihm die Leitung des Marinemedizinischen Zentrums der Volksmarine übertragen.

Generalmajor Prof. Dr. sc. med. Edgar Steiner (1971 – 1988)

steiner

Generalmajor Edgar Steiner wurde am 21. Juni 1933 als Sohn eines Holz- und Waldarbeiters in Deutsch-Eylau/Westpr. (heute Iława/Polen) geboren. Nach bestandenem Abitur und mehrwöchiger Tätigkeit als Vorstudienkrankenpfleger trat er am 15. August 1951 den bewaffneten Organen der DDR bei. Hier studierte er zunächst bis 1954 als Angehöriger der Studentenkompanie der HVA/KVP 6 Semester Medizin an der Karl-Marx-Universität Leipzig. Danach wurde er zur Fortsetzung des Studiums an die Militärmedizinische Akademie „S.M. Kirow“ in Leningrad delegiert, das er 1958 erfolgreich abschloss. In den folgenden Jahren bekleidete Generalmajor Steiner verschiedene Funktionen im medizinischen Dienst der NVA und im Ausbildung bzw. Forschung und Entwicklung in der Medizinischen Verwaltung des Ministeriums für Nationale Verteidigung, als Leiter der Koordinierungsabteilung,Leiter des Büros des Ministers für Gesundheitswesen und als Leiter der Abteilung I im Ministerium für Gesundheitswesen der DDR.

Im Verlaufe seiner Tätigkeit schloß er seine Fachausbildung auf dem Gebiet der Sozialhygiene ab und promovierte 1964 an der MMS zum Dr. med. und 1969 an der Militärmedizinischen Akademie „S.M. Kirow“ in Leningrad zum Dr. sc. med. Er war 1969 – 1971 ehrenamtlich an der Akademie für Ärztliche Fortbildung der DDR als Lehrstuhlleiter (W) tätig und gehörte mehrere Jahre als Kandidat und Mitglied dem Präsidium des Deutschen Roten Kreuzes der DDR an. Für seine wissenschaftlichen Leistungen wurde Oberst Steiner im April 1969 zum Dozenten und 1971 zum ordentlichen Professor berufen. Am 1. November 1971 erfolgte seine Ernennung zum Kommandeur der MMS und am 4. Oktober 1982 zum Generalmajor. Er gehörte seit 1951 der SED an und war als K-MMS  Prorektor für Militärmedizin, Mitglied des Senats des Wissenschaftlichen Rates der Ernst-Moritz-Arndt-Universität, Mitglied der Fakultät für Militärmedizin und Mitglied des Präsidiums der Gesellschaft für Militärmedizin der DDR. Seine Verdienste wurden durch die Verleihung des Ehrentitels „Verdienter Arzt des Volkes“ und des Titels „Obermedizinalrat“ sowie des Vaterländischen Verdienstordens in Bronze, des Kampfordens für Verdienste um Volk und Vaterland  in Gold, der Verdienstmedaille der DDR, der Verdienstmedaille der NVA in Gold, der Humboldt-Medaille in Gold und des Friedrich-Engels-Preises 2. Klasse gewürdigt.

Oberst Prof. Dr. sc. med. Dietmar Enderlein (1988 – 1990)
 
enderlein

Oberst Prof. Dr. Dietmar Enderlein wurde am 22. März 1943 als Sohn eines Fleischermeisters in Plauen (Vogtland) geboren. Von 1951 bis 1958 besuchte er die Grundschule in verschiedenen Städten der DDR. Im Jahr 1962 legte er nach dem Abitur die Gesellenprüfung als Möbeltischler ab. Von 1962 bis 1963 war er Soldat im MSR 24 in Erfurt. Von 1963 bis 1969 studierte er an der Militärmedizinischen Sektion der Ernst Moritz-Arndt-Universität in Greifswald. Mit dem Abschluß des Studiums 1969 promovierte er zum Doktor der Medizin und war danach bis 1970 Leiter des Medizinischen Dienstes des FTB-9. Von 1971 bis 1972 besuchte er einen HAK an der Militärmedizinischen Akademie „S. M. Kirow“ in Leningrad. 1971 bis 1976 hatte er im medizinischen Dienst der Luftstreitkräfte/Luftverteidigung verschiedene Dienststellungen inne. 1973 erwarb er den Facharzt für Sozialhygiene und 1974 den Facharzt für Arbeitsmedizin. 1976 nahm er die Tätigkeit als Lehroffizier an der Militärmedizinischen Sektion auf und hatte hier die Dienststellungen Fachgruppenleiter und Lehrstuhlleiter im Institut für Organisation und Taktik des Medizinischen Dienstes IOTMD inne.

Im Jahr 1984 promovierte er zum Doktor der medizinischen Wissenschaften, wurde zum Oberst befördert und zum Obermedizinalrat ernannt und übernahm von Oberst Prof. Dr. sc. med. Letzel die Dienststellung des Direktors des Instituts für Organisation und Taktik des Medizinischen Dienstes. 1985 erfolgte die Berufung zum Professor und 1988 die Ernennung zum Kommandeur der Militärmedizinischen Sektion und zugleich die Berufung zum Prorektor für Militärmedizin und in den wissenschaftlichen Beirat für Medizin des Ministers für Hoch- und Fachschulwesen. Mit dem Beitritt der DDR zum Grundgesetz der BRD 1990 oblag ihm die Abwicklung der MMS.

Angaben aus Berichten, Informationen und Meldungen des K-MMS (1977 – 1987)
Die folgenden Angaben basieren auf erhalten gebliebenen und  frei zugänglichen „offenen“ Dokumenten des damaligen Kommandeurs der Militärmedizinischen Sektion, die der „Interessengemeinschaft Militärmedizin e.V.“ im Original vorliegen. Sie vermitteln einen  detaillierten Einblick in die stetig wachsenden Anforderungen in Lehre und Forschung und die Kontinuität der  Entwicklung der  MMS als Hochschuleinrichtung in diesen Jahren.

Bericht in der Dienstbesprechung des Chefs MedD des MfNV am 18.05.1977 (Archiv IgMilMed)
Seit Bestehen der MMS wurden 5.764 militärmedizinische Kader aus- und weitergebildet:
• 1.166 MÄ, MZÄ, MAp;
• 902 OaZ, geworbene Ärzte für einen zweijährigen Truppendienst;
• 2.068 MÄ, MZÄ und MAp des aktiven Truppendienstes;
• 1.542 Reservisten und
• 86 OaZ/Ausbildungsprofil „Rückwärtige Dienste“ – Sanitätszugführer.
Jährlich sind ca. 5 – 10% der Planstellen der Lehroffiziere nicht besetzt (IgMH – 27%, IOTMD – 5%).
Die MMS hatte im Ausbildungsjahr 1976/77 folgende Aufgaben in der Ausbildung zu erfüllen:
• Heranbildung von MÄ und MZÄ und ab 1978 von MAp für alle bewaffneten Organe. Gegenwärtig befinden sich 33 OS in der Berufsausbildung zum Krankenpflegepraktikum im ZL der NVA und 39 OS (davon Stomatologie) und 4 OH absolvieren das 1. Studienjahr. Die Wiederaufnahme der Heranbildung von militärischen Hochschulkadern 1976 versetzt die MMS in die Lage, dem medizinischen Dienst der Truppe im Ausbildungsjahr 1983/84
– 5 MZÄ und im Ausbildungsjahr 1984/85 – 32 MÄ und 10 MAp zuzuführen;
• Ausbildung von OaZ/Ausbildungsprofil „Rückwärtige Dienste“ – Sanitätszugführer, die an der MMS seit 1973 durchgeführt wird. Bisher haben 86 OaZ diese Ausbildung absolviert, im Ausbildungsjahr 1976/77 werden es 32 OaZ sein;
• Ausbildung von  Fähnrichen für medizinische und materiell-medizinische Sicherstellung, die in diesem Ausbildungsjahr erstmalig mit 16 Teilnehmern durchgeführt wird;
• Durchführung von Einweisungslehrgängen/Aufgaben in der Weiterbildung. Diese Aufgaben sind an der MMS in den letzten Jahren zurückgegangen, da sich der Umfang der Lehrgänge für MÄ in Fachweiterbildung verringerte und die Weiterbildungslehrgänge für Truppenärzte auslaufen. Gegenwärtig nimmt die MMS hier folgende Aufgaben wahr:
- Führung von 73 MÄ in den ersten 3 – 4 Jahren der Fachweiterbildung;
- Vorbereitung von 51 MÄ in Fachweiterbildung auf den Truppendienst bzw. das Facharzt- kolloquium in 3 Lehrgängen;
- Vorbereitung von 66 Ärzten des staatlichen Gesundheitswesens/OaZ auf den Truppendienst;
- Einweisungslehrgänge für 25 MAp zu Fragen der materiell-medizinischen Sicherstellung, 28 MÄ zur Betreuung von Trainingszentren, 32 MAp zur Bedienung des PFL und 10 Sanitätsunteroffiziere zur Qualifizierung als Wartungsgruppenführer.
• Durchführung von Reservistenlehrgängen:
- 4. Lehrgänge für Reservisten der 1. Zweckbestimmung (Leiter chirurgischer und internistischer Brigaden) mit 72 Teilnehmern;
- 4 Lehrgänge für Reservisten der 4. Zweckbestimmung (Leiter Med. Punkt) mit 200 Teilnehmern; 
- Lehrgang für Offiziere antiepidemischer Züge mit 23 Teilnehmern;
- Lehrgang für Feldschere zum Einsatz in Truppenteilen und Einheiten mit 43 Teilnehmern;
- Lehrgang für Offiziere des medizinischen Dienstes zum Einsatz in Truppenteilen und Einheiten mit 71 Teilnehmern.
Aus diesen Aufgaben ergibt sich gegenwärtig eine Lehrbelastung des Lehrpersonals von 9.938 Stunden (ohne Berücksichtigung der Vor- und Nachbereitung der Ausbildung sowie der Erarbeitung von Ausbildungsmaterialien), das sind 55,5 % der Lehrkapazität nach der Aus – und Weiterbildungsordnung des Ministers für NV. Die Lehrbelastung wird sich im Ausbildungsjahr 1980/81 auf 15.590 Stunden = 86,8 % der Lehrkapazität erhöhen und begrenzt damit eindeutig die verbleibende Kapazität für Forschungsaufgaben sowie die Lösung operativer Aufgaben. Hinzu kommt die sich jährlich steigernde Zahl der zu betreuenden Diplomanden, die ab 1981 ca. 200 OS/OH betragen wird.
Vorbereitet wird die Ausbildung von vietnamesischen Militärkadern (ab Ausbildungsjahr 1977/88 die Ausbildung zum Militärarzt und ab Ausbildungsjahr 1978/79 die Fachweiterbildung und die Durchführung von Aspiranturen im IMM).

Auskunftsbericht zur Kontrolle der MMS am 19. – 21.05.1977 (Archiv IgMilMed)
Zur Erfüllung der gestellten Aufgaben in Lehre und Forschung sowie zur Gewährleistung der Sicherstellungsaufgaben verfügt die MMS über:
•103 Offiziere – Soll 110;
• 8 Fähnriche – Soll 11;
• 11 Unteroffiziere – Soll 7;
• 267 Zivile Mitarbeiter – Soll 312.
Aktueller Stand der Aus- und Weiterbildung:
• 4 OH und 39 OS befinden sich in der Heranbildung zum MA und MZA;
• 32 OS werden zu OaZ/Ausbildungsprofil „Rückwärtige Dienste – Sanitätszugführer ausgebildet;
• 73 Militärärzte in Fachweiterbildung (bei 208 Planstellen) werden administrativ geführt und jährlich in Lehrgängen politisch, militärisch und militärmedizinisch weitergebildet;
• von den für das Ausbildungsjahr 1976/77 befohlenen
- 8 Lehrgängen für 212 Offiziere und Unteroffiziere des aktiven Wehrdienstes und
- 11 Reservistenlehrgängen für 409 Teilnehmer wurden im 1. Ausbildungshalbjahr  11 Lehrgänge mit 346 Teilnehmern durchgeführt.
Stand der Forschung und der militärmedizinisch-wissenschaftlichen Arbeit:
Im Forschungsplan der MMS sind für das Ausbildungsjahr 1976/77 insgesamt 147 Aufgaben festgelegt. Das sind u. a.:
• 32 Aufgaben zur Erfüllung der ZVF 17, 18 und 19;
• 15 Aufgaben zur Vorbereitung der XIII. Tagung leitender Kader des medizinischen Dienstes der Armeen der Staaten des WV;
• 21 Mitwirkungshandlungen an militärtechnischen F/E-vorhaben;
• 23 Aufgaben zur Realisierung der Forderungen aus den Übersichten 1 und 2 der Anordnung 10/76 des Chefs MedD des MfNV;
• 56 dienststelleneigene Aufgaben zur Vervollkommnung der Lehre und Weiterentwicklung der Fachgebiete sowie
• 37 operativ gestellte Aufgaben.
 

Vortrag in der Beratung des Stellvertreters des Ministers für NV und Chef Rückwärtige Dienste, GL Poppe, zum Thema „Die Bedeutung der Truppenhygiene für die Erhaltung und Festigung der Kampfkraft und Gefechtsbereitschaft der Nationalen Volksarmee und der Grenztruppen der DDR“ anlässlich der Dienstbesprechung des Chefs MedD des MfNV vom 02.-04.05. 1978 an der MMS (Archiv IgMilMed)
•An Maßnahmen in der Truppe haben im Ausbildungsjahr 1977/78 - 12 Offizieren des IgMH und des IFM teilgenommen, davon an:
 

Übungen

7 Offiziere

70 Tage

Inspektionen

2 Offiziere

26 Tage

Kontrollen

9 Offiziere

44 Tage

Untersuchungen

5 Offiziere

151 Tage

operative hygienisch- antiepidemische Sicherstellung

9 Offiziere

51 Tage

Schulungen der Chefs MedD

7 Offiziere

31 Tage

•Die Ausbildungsstunden in der Heranbildung der MÄ, MZÄ und MAp betragen:

EMAU

3492 Stunden

(von 4662 Stunden des Studienplanes)

MMS

3561 Stunden

(Lehrveranstaltungen - 2166 tunden, militärisches Training – 821 Stunden, Selbststudium -   574 Stunden)

Gesamt:  

7053 Stunden

 

Meldung der Ergebnisse im Ausbildungsjahr 1983/84 in der Dienstbesprechung des Chefs MedD des MfNV am 15.11.1984 (Archiv IgMilMed)
Der sozialistische Wettbewerb trug wesentlich dazu bei, die gestellten Aufgaben termin- und qualitätsgerecht zu erfüllen. Im Ausbildungsjahr 1983/84 übernahmen die Armeeangehörigen und zivilen Mitarbeiter insgesamt 4.049 Verpflichtungen (das ist eine Steigerung um 20 % gegenüber dem Vorjahr), von denen bis zum 30.10.1984 - 3.872 Verpflichtungen in hoher Qualität abgerechnet wurden. Als besondere Leistungen sind u. a. zu nennen:
• Die erfolgreiche Verteidigung bzw. der Erringung des Titels „Kollektiv der sozialistischen Arbeit“ durch 13 Kollektive (das sind 70 % aller Kollektive, die den Titelkampf führen dürfen);
• die Erringung des „Bestentitels“ durch 9 Kollektive der OS und 33 OS;
• die Konzipierung und der schrittweise Aufbau des TAZ;
• der Ausbau der Lehrbasis in den Instituten;
• die Erweiterung des Freizeit- und Erholungszentrums an der Dienststelle;
• die Fertigstellung des neuen Unterkunftsgebäudes UG 38;
• die Abrechnung von 187 Aufgaben des Planes der wissenschaftlichen Arbeit;
• die Beteiligung von 238 Armeeangehörigen und zivilen Mitarbeitern an der Neuererbewegung, in deren Ergebnis ein ökonomischer Nutzen von 10,3 TM erzielt werden konnte.
In der Ausbildung leistete der Lehrkörper der MMS im Ausbildungsjahr 1983/84  über 18.000  Ausbildungsstunden (das sind mehr als 250 Stunden Lehrveranstaltungen/Lehrkraft), darunter:
- 9.460 Stunden in der Ausbildung von MÄ, MZÄ und MAp;
- 390 Stunden im OaZ-Lehrgang mit 105 Teilnehmern;
- 1.860 Stunden in zwei Fähnrichlehrgängen mit 34 Teilnehmern;
- 1.960 Stunden in 9 Reservistenlehrgängen mit 433 Teilnehmern;
- 1.600  Stunden lehrmethodische Veranstaltungen;
- 310 Stunden Lehrveranstaltungen in anderen militärischen Einrichtungen, in Führungsorganen und in der Truppe;
- 1.000 Stunden zur Betreuung von Diplomanden.
Im Ausbildungsjahr 1983/84 wurden 88 BOB zugelassen, darunter erstmals 11 weibliche Bewerberinnen sowie 10 Bewerber für das MdI (bisher 5 BOB zweijährlich):
Die aktuelle Gesamtzahl der OS/OH beträgt 518, davon:
• 439 OS/OH der NVA;
• 33 OS des MFS;
• 31 OS des MdI und
• Je 15 AMK der SRV und der JAR.
Im Ausbildungsjahr 1983/84 beendeten 53 Absolventen das Studium an der MMS, darunter 9 AMK der SRV. Seit 1976 haben somit 144 OS/OH erfolgreich das Studium an der MMS abgeschlossen, davon 117 als Offiziere der NVA.
In der Forschung und militärmedizinisch-wissenschaftlichen Arbeit waren zur Lösung von 187 Aufgaben 66 Hochschulkader mit 5.790 Arbeitstagen eingesetzt. 42 % der Forschungstage dienten der Vervollkommnung der Ausbildung und der Weiterentwicklung der Fachgebiete, 58 % der Erfüllung von Aufgaben in ZFV sowie der Anordnung Nr. 10/83 des Chefs MedD des MfNV (= Bezeichnung der jährlichen Aufgabenstellung des CMedD des MfNV im jeweiligen Ausbildungsjahr für die ihm unmittelbar unterstellten Einrichtungen: ZL/MMA, MMS, Lazarett der NVA Dresden, Kureinrichtungen und ZMVL).

Auskunftsbericht beim Arbeitsbesuch des Stellvertreters des Ministers für NV und Chef Rückwärtige Dienste an der MMS am 05.05.1986 (Archiv IgMilMed)
An der MMS wurden bisher insgesamt 11.658 Kader aus- und weitergebildet, die Profile und die aktuelle Situation zeigt die folgende Übersicht:


Ausbildungsprofil

Gesamtzahl

Ausbildungsjahr 1985/86

MÄ, MZÄ, MAp

1.281

511 (367 Studium, 46 klinisches Praktikum/Pflichtassistenz,  98 Berufsausbildung)

Fähnriche

182

33

Weiterbildung von Angehörigen des aktiven Wehrdienstes (Facharzt-
ausbildung und Lehrgänge)

3.386

243

MÄ/OaZ

1.766

141

Reservisten

5.019

580

Ausländische Militärkader

24

20

Seit der Wiederaufnahme der Ausbildung militärmedizinischer Hochschulkader 1976 beträgt die Zahl der Absolventen:

1981

MZÄ (Stjg.1976)

3

1982

MÄ   (Stjg. 1976)

31

 

MZÄ (Stjg. 1977)

7

1983

MÄ   (Stjg. 1977)

33

 

MZÄ (Stjg. 1978)

7

 

MAp (Stjg. 1978)

8

1984

MÄ   (Stjg. 1978)

40

 

MZÄ (Stjg. 1979)

6

 

MAp (Stjg. 1979)

4

 

AMK SRV (Stjg.1978)

9

1985

MÄ   (Stjg. 1979)

44

 

MZÄ (Stjg. 1980)

1

 

MAp (Stjg. 1980)

3

 

AMK SRV (Stjg. 1979)

1

Gesamt

MÄ (davon 10 AMK SRV)

158

 

MZÄ

21

 

MAp

15

Insgesamt

 

197

Die Schwerpunkte in der Forschung und militärmedizinisch-wissenschaftlichen Arbeit sind:
• Die Mitwirkung an den zentralen Forschungsvorhaben der NVA 13 und 14 (Professiographien, Dispensairebetreuung, rechnergestützte Führung des medizinischen Dienstes, Komplextherapie der Strahlenkrankheit, CKS-Vergiftungen, Entwicklung von Geschädigtenkomplekten, Vervollkommnung der Diagnostik von Erregern von Infektionskrankheiten);
• Aufgaben der internationalen Zusammenarbeit (medizinische Sicherstellung, militärmedizinisch-geographische Beschreibung, Mittel des individuellen medizinischen Schutzes);
• F/E-Vorhaben (Strahlenschutz, Antidot gegen HCN-Vergiftungen, Vivarium, PFL, AP- F);
• dienststelleneigene Forschung (Erarbeitung von DV, Katalogen, Studienmaterialien; Weiterentwicklung der Lehre und der Fachgebiete).

Information auf der Dienstberatung der Chefs des medizinischen Dienstes der bewaffneten Organe der DDR am 21.05.1987 über die Entwicklung der MMS (Archiv IgMilMed)
Seit dem Ausbildungsjahr 1985/86 werden an der MMS weibliche OS zum MA ausgebildet. Gegenwärtig befinden sich 14 weibliche OS in der Berufsausbildung und 10 OS im 1. Studienjahr. Die jährliche Zulassungszahl wird ab Studienbeginn 1987 mit Berufsausbildung (Zulassung 1986) 5 weibliche OS betragen.
Neben dem einjährigen Fähnrichlehrgang führt die MMS seit dem Ausbildungsjahr 1984/85 die zweijährige Ausbildung von Fähnrichschülern (FäS) zu Fähnrichen durch. Im Ausbildungsjahr 1985/86 absolvierten 14 FäS erfolgreich die Ausbildung, gegenwärtig befinden sich 13 weibliche FäS im 1. Jahr der Ausbildung.

Meldung der Ergebnisse im Ausbildungsjahr 1986/87 in der Dienstbesprechung des CmedD des MfNV am 27.10.1987 (Archiv IgMilMed)
Im sozialistischen Wettbewerb übernahmen die Armeeangehörigen und zivilen Mitarbeiter insgesamt 3.376 Verpflichtungen, die termingerecht u. a. mitfolgenden Ergebnissen erfüllt wurden:
• 16 Arbeitskollektive verteidigten erfolgreich den Titel „Kollektiv der sozialistischen Arbeit“;
• 62 OS errangen den „Bestentitel“, 22 OS-Kollektive den Titel „Beste Einheit“;
• 54 OS erwarben die Schützenschnur, 32 OS das Militärsportabzeichen, 369 OS das Sportabzeichen und 110 OS das „Abzeichen für gutes Wissen“.
Die im Ausbildungsjahr 1986/87 vom Lehrkörper der MMS geleisteten 20.154 Ausbildungsstunden sind seit drei Jahren annähernd gleich.
Gegenwärtig werden an der MMS 565 OS/OH ausgebildet, davon 486 OS/OH für die NVA. 68 OS der NVA haben im Ausbildungsjahr 1986/87 das Studium an der MMS abgeschlossen, davon 64 im Ausbildungsprofil Militärarzt und 4 im Ausbildungsprofil Militärapotheker. Die Zahl der Absolventen seit 1976 beträgt somit 315 Offiziere, darunter 273 für die NVA.
Im Fähnrichstudium werden derzeitig ausgebildet:
• 13 FäS (weiblich) im 2. Studienjahr, davon 8 FäS im Profil „Medizinische Sicherstellung“ und 5 FäS im Profil „Materiell-medizinische Sicherstellung“;
• 9 FäS im 1. Studienjahr, davon 5 FäS (4 weiblich) im Profil „Medizinische Sicherstellung“ und 4 FäS (weiblich) im Profil „Materiell-medizinische Sicherstellung“.
Den Fähnrichlehrgang haben 8 Unteroffiziere erfolgreich abgeschlossen und 11 Unteroffiziere neu aufgenommen.
Im Ausbildungsjahr 1986/87 fanden außerdem statt:
• 11 Qualifizierungslehrgänge mit 517 Teilnehmern und
• 23 Weiterbildungslehrgänge mit 745 Teilnehmern.
Die Ausbildung und Qualifizierung der AMK verläuft planmäßig. An der MMS befinden sich zurzeit 14 AMK der JAR in der Ausbildung zum Militärarzt und 2 AMK der SRV in der Weiterbildung (1 AMK in der Aspirantur und 1 AMK in der Facharztausbildung Pharmakologie und Toxikologie).
In der militärmedizinisch-wissenschaftlichen Arbeit waren an der MMS 287 Aufgaben zu erfüllen, das sind 36 mehr als im Vorjahr. Zur Lösung dieser Aufgaben wurden von den 61 Hochschulkadern 5.734 Arbeitstage geleistet (1985/86 waren es 5.379 Tage), die sich wie folgt verteilen:
• 9 % zur Bearbeitung von Aufgaben der ZVF 13 und 14;
• 7 % zur Erfüllung von Aufgaben der zwei- und mehrseitigen internationalen Zusammenarbeit, einschließlich der in Verantwortung der MMS organisierten und durchgeführten 3 Spezialistenberatungen mit Vertretern der Sowjetunion, der SFRJ und der VRB;
• 9 % für die Betreuung und für Mitwirkungshandlungen bei 7 F/E-Themen des medizinischen Dienstes der NVA;
• 29 % zur Erfüllung von Aufgaben der AO 10/86 des Chefs MedD des MfNV;
• 20% dienststelleneigene Forschung, insbesondere zu militärhygienischen und militärphar-mazeutischen Themen;
• 22 % dienststelleneigene militärmedizinisch-wissssenschaftliche Arbeit zur Entwicklung der Fachgebiete und zur Erarbeitung fachspezifischer Unterlagen für den Lehrprozeß;
• 5 % Aufgaben der angeforderten Zusammenarbeit mit anderen Dienststellen der NVA.
Besonders hervorzuhebende Ergebnisse der militärmedizinisch-wissenschaftlichen Arbeit sind:
• Der Entwurf der Entwicklungskonzeption bis zum Jahr 2000;
• das Manuskript für das Handbuch „Organisation der medizinischen Betreuung unter Garnisonbedingungen“;
• das Tabellarium „Hilfsmittel für den Regimentsarzt“;
• die Entwicklung eines Blausäureantidots;
• die Monographie „Nachweis militärischer Bestimmungen und Rechtsvorschriften zur Hygiene, Epidemiologie und Arbeitshygiene“;
• die Erprobung des AP-II-F;
• das Manuskript zur A 060/1102 – Pharmazeutisches Feldlabor sowie A 060/1/120 – Einsatz der Feldapotheke.
Im Ausbildungsjahr 1986/87 verteidigten 40 OS erfolgreich die Diplomarbeit (1985/86 waren es 92 OS), davon wurden:
• 18 % durch die MMS,
• 15 % durch die MMA,
• 15 % durch das IFL,
• 48 % durch die EMAU und
• 4 % durch sonstige Einrichtungen betreut.
Gegenwärtig arbeiten 187 OS an ihrer Diplomarbeit; sie werden betreut;
• 41 % durch die MMS;
• 26 % durch die MMA;
• 5 % durch das ILM;
• 19 % durch die EMAU;
• 5 % durch medizinische Einrichtungen der Schutz- und Sicherheitsorgane und
• 4 % durch sonstige Einrichtungen.
Erfolgreich verteidigten von der MMS betreute 6 A-Promovenden und 3 B-Promovenden ihre Arbeiten. Aktuell werden 87 A-Promovenden und 6 B-Promovenden durch Institute der MMS betreut.
Im Ausbildungsjahr 1986/87 wurden 103 wissenschaftliche Vorträge gehalten und 27 wissenschaftliche Beiträge veröffentlicht.
 

Bilder

Zeitraum 1957 – 1964

Teilnahme der weiblichen Offiziersschüler und Offiziershörer aller Studienjahre der MMS an der Maiparade 1958 in Greifswald

Teilnahme der weiblichen Offiziersschüler und Offiziershörer aller Studienjahre der MMS an der Maiparade 1958 in Greifswald

B34
Abschreiten der Ehrenkompanie durch den Kommandeur der MMS am Tag der NVA 1959

B35
Überbringen der Glückwünsche zum Tag der NVA 1959 durch den 1. Sekretär der Kreisleitung der SED

B36
Führung der MMS Anfang der 1960er Jahre (Oberst Dr. Mecklinger – K-MMS Bildmitte; Oberst Melchert – Allgemeiner Stellvertreter, Oberstltn. Matyssek -Leiter Versorgung, Oberst Neitsch - Parteisekretär, Oberst Dr. Hackenberg - Stellvertreter, Oberstltn. Petruschke - Leiter Politabteilung von links nach rechts.)

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Vorbeimarsch einer Paradeformation der MMS an der Ehrentribüne der auf dem Marktplatz versammelten Repräsentanten am 01. Mai

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Besuch von Admiral Verner und Generalleutnant Allenstein 1962 an der MMS

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Besuch von Admiral Verner und Generalleutnant Allenstein 1962 an der MMS

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Besuch von Commandante Vidal aus Kuba an der MMS

Zeitabschnitt 1964 – 1990

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Ausbildung: Beladen eines Sankra

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Ausbildung: Offiziersschüler während des Härtetestes

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Arbeitsbesuch des Stellvertreters des Ministers für NV und Chef Rückwärtige Dienste, Generalleutnant Goldbach, am 31.07.1975 an der MMS (Besichtigung des IMH)

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Absolventen des 19. Lehrgangs vor der Ernennung 1974


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Besuch des Chefs Medizinischer Dienst und früheren Chefinternisten der Sowjetarmee, Generalleutnant Prof. Dr. Komarow,  anlässlich der  Verleihung der Ehrendoktorwürde der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald an der MMS und beim Rektor der Universität, Prof. Dr. Imig, am 14.10.1977

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Festvortrag des K-MMS zum Thema „Die Militärmedizin in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft“   auf der 2. Plenartagung des Wissenschaftlichen Rates der EMAU zur Verleihung akademischer Grade und zur Erteilung der Facultas docendi am 21.04.1978 in der Aula.

B50
Besuch der in der DDR akkreditierten Militärattaches 1980 an der MMS

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Besuch einer Delegation aus Mocambique 1981 an der  MMS (Besichtigung des IMH)

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Absolventen des Studienjahrganges 1976 vor der Ernennung 1981 (Park der MMS)

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Schulungsgruppe des Chefs Med. Dienst, GL Prof. Dr. Rehwald (1. Reihe, 3. von links), 04.-05.1982 an der MMS (rechts neben ihm der Chef Med. Dienst der GSSD, GM Balabucha)

B54
Besuch des Botschafters der JAR an der MMS am 03.03.1983

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Wissenschaftliche Konferenz OTMD 1983 an der  MMS

B56
Ernennung des K-MMS am 04. Oktober 1982 im Gebäude des Staatsrates zum Generalmajor

B57
Studienjahrgang 1979 nach der Ernennung am24.08.1984 im Park der MMS
B58
Absolvententreffen des 1. Lehrgangs 1986 an der MMS (30 Jahre nach dem Staatsexamen 1956)
B59
Exkursion der AMK der SRV nach Rostock

B60
Besuch der AMK der JAR in der 9. PD

Verleihung Maxim Zetkin

Meldung Oberst Prof. Dr. Dietmar Enderlein an Generalleutnant Manfred Grätz anlässlich des  feierlichen Apells zur Verleihung des Ehrennamens „Maxim Zetkin“ an die MMS


1) Die verfügbaren Quellen weisen Unterschiede in den Daten und Bezeichnungen auf, weshalb die genaue Wiedergabe und Darstellung weiteren Untersuchungen vorbehalten bleiben muss. Ihre Hinweise richten Sie bitte an info(at)militaermedizin.de
 

Literatur

1. Ewert, Günter, Ludwig Mecklinger in Greifswald (1957 – 1964). Etappe einer Karriere zum Gesundheitsminister, Book on demand, 2014, ISBN 978-3-86386-697-6
2. Statut der Militärmedizinischen Sektion vom 18.12.1963
3. Steiner, Edgar R. und Hans- Ulrich Maronde, Die Ausbildung von Militärärzten, Militärzahnärzten und Militärapothekern in der DDR. In: Beiträge Wehrmedizin und Wehrmedizin, Band 17. Der Medizinische Dienst der NVA – Teil I. Referate anlässlich des Workshops des Arbeitskreise Geschichte der Wehrmedizin vom 20. – 21.04.2004 in Leipzig. Herausgegeben von Franz.-J. Lemmens und Wolfgang G. Locher, Elbe-Dnjepr-Verlag 2006, ISBN 3-933395-86-0
4. Studentisches Aufbegehren in der frühen DDR. Der Widerstand gegen die Umwandlung der Greifswalder Fakultät in eine militärmedizinische Ausbildungsstätte im Jahre 1955. Herausgegeben von Heinz-Peter Schmiedebach und Karl-Heinz Spieß. Beiträge zur Geschichte der Universität Greifswald, Bd. 2, Franz-Steiner-Verlag, Stuttgart 2001
5. Universität Greifswald 525 Jahre, VEB Deutscher Verlag der Wissenschaften, Berlin 1982
6. Vereinbarung zwischen dem Minister für Nationale Verteidigung und dem Staatssekretär für das Hoch- und Fachschulwesen über die Stellung und Aufgaben der Militärmedizinischen Sektion an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald vom 14.01.1964
7. Vereinbarung zwischen dem MfNV und dem MHF über die Stellung der Militärmedizinischen Sektion an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald und die Bildung der Fakultät für Militärmedizin des Wissenschaftlichen Rates der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald am 01.06.1970.
8. Vereinbarung zwischen dem MfNV und dem MHF über die Stellung der Militärmedizinischen Sektion an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald und der Fakultät für Militärmedizin des Wissenschaftlichen Rates der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald am 01.11.1976.
9. Vereinbarung zwischen dem MfNV und dem MHF über die Stellung und die Aufgaben der MMS an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald am 21.10.1981.
10. Vereinbarung zwischen dem MfNV und dem MHF über die Stellung der Militärmedizinischen Sektion an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald am 14.04.1986.
11. Zöllner, Erich, Fünfundzwanzig Jahre im Dienste der Heranbildung des militärmedizinischen Nachwuchses und der militärmedizinisch-wissenschaftlichen Arbeit in der Deutschen Demokratischen Republik. Ein Beitrag zur Geschichte der Militärmedizinischen Sektion an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, Schriften der Militärmedizinischen Sektion an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, H. 9, 1980
 

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